Assynt-Glück

Wir erleben Assynt aus dem Bilderbuch. Der höchste Wasserfall des Landes, schönste Herbststimmung und zum Abschluss noch eine überraschende Hirschbegegnung.

Autor
Micha
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    Wir sind etwas träge geworden. Liegt das an dem vielen Herumsitzen bei Schlechtwetter? Wir nutzen unsere Zeit auf dem Campingplatz in Scourie maximal aus, bevor es mittags wieder auf die Straße geht.

    Aber vielleicht hatten wir auch nur eine Vorahnung, dass wir in so einem ereignisreichen Tag gar nicht noch mehr reinpacken können. Am Ende des Tages wird unser Gehirn bis zum Anschlag gefüllt mit Eindrücken sein.

    Schottisches Licht

    Bereits auf den ersten Kilometern werden wir vom schottischen Licht verwöhnt. Die Lichtverhältnisse ändern sich im Sekundentakt. Mal wird hier etwas spektakulär beleuchtet, dann wieder dort ein unglaublicher Kontrast zwischen düsteren Wolken und sonnenbestrahlter Landschaft. Man kommt kaum hinterher mit den Entscheidungen: Anhalten? Fotografieren? Wohin richte ich die Kamera zuerst?

    Wailing-Widows-Wasserfall

    Nach kurzer Zeit haben wir hinter Kylesku den höchsten Wasserfall des Vereinigten Königreichs erreicht. Da der Parkplatz am Fuße des Wasserfalls nicht Alpa-kompatibel ist, fahren wir enttäuscht weiter.

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    Am Quinag-Parkplatz, von dem aus man zum oberen Teil des Wasserfalls gehen kann, finden wir dann einen Parkplatz. Ich mache mich auf den Weg. Dieser ist aber nach den reichlichen Regenfällen der letzten Tage mehr als sumpfig. Selbst mit wasserfesten Stiefeln muss man gut schauen, wo man seine Schritte setzt.

    Ich komme schließlich zum Rande des Sees, der den Wasserfall speist, und kann auch einen Hauch vom Wasserfall sehen. Mehr aber auch nicht.

    Und am Rande der Schlucht, wo man potenziell vielleicht etwas mehr sehen könnte, ist es auch wieder sumpfig.

    Ich denke an dieser Stelle an die Legende, die dem Wasserfall seinen Namen gegeben hat, und trete den Rückzug an. Die „wehklagende Witwe“ beklagt nämlich ihren Sohn, der bei Nebel in die Schlucht gefallen ist…

    Auf dem Rückweg unterhalte ich mich mit der Niederländerin Diana, die den Wasserfall bereits von unten gesehen hat. Sie empfiehlt uns dringend, den kurzen Weg dorthin auch noch zu machen. Danke für den Tipp, Diana!

    Den Wasserfall sieht man von der Straße aus noch lange nicht. Man muss erst einmal eine Viertelstunde durch die Schlucht wandern. Über Matsch und Steine oder auch mal direkt durchs Wasser. Jeder Schritt will gut überlegt sein.

    Aber es lohnt sich. Sehr sogar.