Ich habe den Aufenthalt am Loch Fleet vom letzten Jahr noch in bester Erinnerung. Vor allem das morgendliche Erwachen der Natur.
Entsprechend stehen wir auch heute früh auf und genießen es, zu erleben, wie die Tiere in den Tag starten und sich das Licht verändert.







Ich kann mich nur schwer losreißen und auch hier fühlt sich der Gedanke, schon wieder abzureisen, einfach falsch an.
Strand mit allen Schikanen
Aber auch heute erweist sich die Entscheidung, aufzubrechen, als goldrichtig. Unser Ziel ist das wenige Kilometer entfernte Dornoch. Annette hat dort mehrere schnuckelige Geschäfte entdeckt. Vor allem aber einen weiteren vielversprechenden Strand. Diesen steuern wir dann auch direkt an.
Es gibt dort einen zusätzlichen Parkplatz für Wohnmobile - nur leider nicht für die Nacht. Denn der Strand hat einfach alles, was uns gefällt.




Es gibt aber noch ein paar weitere Besonderheiten. Zum einen ist da der kostenlose (!)Strandrollstuhlverleih. Es gibt sogar eine elektrische Version zum Selbstfahren. Absolut großartig und ich frage mich, warum wir das zuvor noch nirgendwo gesehen haben. Es gibt doch so viele Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind. Das sollte eigentlich in jedem wohlhabenden Land selbstverständlich sein. Wir spenden etwas, um diese tolle Initiative zu unterstützen.

Ähnlich großartig ist der Kinderspielplatz mit fantasievollen Spielgeräten, aber auch jeder Menge Musikinstrumenten. Sogar so etwas ähnliches wie eine Handpan (eine Zungentrommel) ist dabei. Man kann aber auch Röhren wie die Blue Man Group spielen. Dornoch wird uns immer sympathischer.


Bei der Strandbude des Highland Larder gönnen wir uns einen kleinen Snack. Natürlich wieder Fisch, diesmal als Burger und als Wrap und wieder sehr lecker.
Überraschende Hochzeit
Fürs Bummeln und Shoppen fahren wir zurück in den Ort. Dort ist überraschend viel Betrieb, sodass wir gar nicht mal so einfach einen Parkplatz finden. Des Rätsels Lösung: Es ist eine Hochzeit.


Wie wir von andere Schaulustigen im durchaus beachtlichen Menschenauflauf vor der Dornoch Cathedral erfahren, ist es nicht irgendeine Hochzeit. Es ist die Tochter der Chefin von Baxters. Eine Institution für Dosensuppen und Co. in Schottland und UK.
Das Ganze hat dann schon andere Dimensionen als eine gewöhnliche Durchschnittshochzeit. Da werden die Gäste mit Bussen vorgefahren und auch der Blumenschmuck vor der Kirche dürfte ein Vermögen gekostet haben. Wir hatten auf unserer Hochzeit auch einen Dudelsackspieler. Hier sind es natürlich gleich zwei.
Es dauert dann überraschend lange, bis der Oldtimer mit der Braut endlich vorfährt. Aber man kann sagen: Hat sich gelohnt.


Eribe-Shopping
Annette hatte ja vorab recherchiert. Beim Bäcker kaufen wir schon mal Pies und Quiche fürs Abendessen ein. Anschließend freut sich Annette über das große Angebot an Eribe-Pullovern bei Jail und hofft, den Hoodie zu finden, den sie in Anstruther gesehen hat. Leider ist er aber auch hier nicht zu erhalten. Dafür verliebt sie sich dann in einen anderen Pullover, der zu ihr passt wie Pott auf Deckel. Es ist dann ein schwieriger Abwägungsprozess, der zugunsten des Pullovers entschieden wird.
Mitten in der Promi-Hochzeit
Anscheinend haben wir perfektes Timing, was die Hochzeit angeht. Als wir den Laden wieder verlassen, fangen die Dudelsäcke an zu spielen und das Brautpaar kommt aus der Kirche genau auf uns zu. Kurioserweise, um dann wieder durch den Seiteneingang zurück in die Kirche zu gehen.
Das war wohl fürs Fotoshooting. Denn anschließend bilden die Hochzeitsgäste ein Spalier, durch das sie dann ein zweites Mal die Kathedrale verlassen.
Das Flair so einer schottischen Hochzeit ist schon besonders. Nahezu alle Männer im Schottenrock oder zumindest in karierten Hosen. Und die Ladies gerne mit Hut und in schicken Kleidern.


Capaldis of Brora
Wir verabschieden uns von Dornoch. Auch hier können wir ein weiteres Fähnchen in unsere Schottland-Landkarte von Orten, die wir unbedingt noch einmal besuchen wollen, setzen.
Als nachmittägliche Stärkung sollen wir unbedingt ein Eis in Brora essen. Diesen Tipp haben wir von Peter, unserem Nachbarn auf dem Campingplatz an der Lunan Bay bekommen.
Wir parken das Mannimobil an einem Parkplatz etwas außerhalb des Ortes oberhalb des River Brora. Es ist ein schöner Freihstehplatz (Spende erbeten).
Bei Capaldis of Brora gönnen wir uns das Eis und können bestätigen, dass es richtig lecker ist. Würden wir dafür aber einen Umweg fahren? Eher nicht.


Um ein paar der angefutterten Kalorien zu verbrennen, machen wir noch einen kleinen Schlenker zum Strand, der allerdings jetzt bei Flut deutlich kleiner ausfällt als der Strand von Dornoch.
Wieder zurück beim MoMo warten wir gespannt auf Regen und Wind, die für den Abend angekündigt sind. Aber vom Regen werden wir mal wieder verschont.

