Dunnet Bay und Dunnet Head

Wir laufen einmal die Dunnet Bay auf und ab und besuchen den nördlichsten Punkt des britischen Festlandes.

Autor
Micha
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    Wir kommen etwas zäh in die Gänge. Die letzten Tage waren so voll, dass wir immer noch verarbeiten müssen, was wir alles erlebt haben. Heute soll ein unaufgeregter Tag werden, der uns dafür Zeit gibt.

    Der Surferstrand

    Wir brechen spät zu einem Strandspaziergang auf, der uns bis ans andere Ende des Strandes führen soll. 45 Minuten soll das dauern.

    Bei uns dauert es natürlich etwas länger. Zwei Bäche, die ins Meer münden, wollen überquert werden. Das ist mit zwar wasserfesten, aber eben nur normal hohen Schuhen nicht so einfach.

    Etwa auf halber Höhe stellen wir fest, dass die Wellen plötzlich einen rötlichen Schimmer haben. Es müssen unzählige Algen sein, die das Wasser hier so färben.

    Wir sind von diesem Strand jetzt schon beeindruckt. Denn es ist absolute Flut und trotzdem wirkt er recht groß. Bei Ebbe muss hier eine riesige Sandfläche entstehen!

    Auch eine Gruppe Surfer ist hier. Angeblich gehören die Strände im Norden Schottlands zu den besten Surferstränden der Welt. Heute ist der Wellengang überschaubar, aber für die Surfschule ist es wahrscheinlich perfekt so.

    Der nächste Restaurant-Flop

    Wir freuen uns auf eine Einkehr für einen kleinen Lunch im Restaurant „The Grain Store“, was zur Stannergill-Whiskydestillerie gehört. Das sah gestern beim Vorbeifahren gut aus und auch die Karte ist nach unserem Geschmack.

    Aber die freundliche Dame im Shop sagt mir mit Bedauern, dass Hunde im Restaurant nicht erlaubt sind. Eventuell könnte ich aber etwas als Take-away bekommen. Da das Wetter sonnig und warm ist, würde es uns ganz und gar nicht stören, an einem der Tische im Hof zu sitzen.

    Ich mache dann aber doch ein langes Gesicht, als ich höre, dass für Take-away lediglich die üblichen Kuchen und Tray-Bakes wie Brownies angeboten werden. Und noch längere Gesichter machen wir dann, als wir beim Essen unserer Bestellung feststellen, dass die Backwaren eher Mittelklasse und für das Gebotene schlicht zu teuer sind.

    Dunnet Head

    Auf dem Rückweg zum Mannimobil schmieden wir den Plan für den Rest des Tages. Zunächst soll es zum Dunnet Head gehen. Seines Zeichens der nördlichste Punkt des britischen Festlandes. Bei dem sonnigeren Wetter müsste man von hier eine großartige Aussicht haben. Falls uns der Platz etwas taugt, könnten wir hier auch übernachten.

    Die Idee mit dem Übernachten legen wir relativ schnell zu den Akten. Es gibt relativ wenig Platz und auf den für Womos vorgesehenen Stellplätzen steht man mehr als dicht an dicht. Klar könnte man sich über Nacht sicherlich auch anders hinstellen, aber der erste Eindruck sagt „Nein“.

    Berühmt ist der Dunnet Head auch für die Möglichkeit, hier verschiedenste Seevögel beobachten zu können. Aber Ende September scheint hier in Bezug auf Vogelbeobachtung wirklich gar nichts mehr los zu sein. Kein Vogelkreischen, sondern weitestgehende Stille.

    Was jedoch großartig ist, ist die Aussicht hinüber auf die Orkneyinseln. Genauer gesagt nach Hoy. Man kann sogar die Spitze des Old Man of Hoy sehen. Und auch die Klippen an „unserer“ Bucht in Rackwick mit ihrer markanten Farbgebung erkennen wir wieder. Hach, das war schon toll dort!

    Der Westen ruft

    Wir merken aber, dass wir diese Landschaft jetzt lang genug gesehen haben. Es ist Zeit für den nächsten Reiseabschnitt im Westen. Zuvor müssen wir aber noch die arg geschrumpften Vorräte des MoMos auffüllen: Da muss dringend Nachschub her! In Thurso gibt es den letzten großen Supermarkt bis zum 225 Kilometer entfernten Ullapool. Bis dahin gibt es nur noch Städtchen mit ihren kleinen Community Stores.

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    Da wir aber heute nicht mehr bis ganz in den Westen kommen werden, suchen wir eine bequeme Zwischenstation. Diese finden wir im ganz hervorragend angelegten Stellplatz in Melvich, für den so ziemlich alles spricht: Top-Lage oberhalb der Bucht, riesige Parzellen von 12 × 12 Metern und an jedem Platz Strom-, Frisch- und Grauwasserversorgung.

    So einen komfortablen Platz hatten wir seit Beginn der Reise nicht mehr. Daher nutzen wir die Gelegenheit, um einmal gründlich Klarschiff zu machen. Wir kommen uns ausgesprochen deutsch vor, als wir, kaum dass der Platz bezogen ist, erst mal alles auf links drehen und putzen. Aber das gehört halt zum fancy Vanlife auch dazu. Hilft ja nichts.

    Aber als wir dann beim Abendessen den Mond über der Klippe aufgehen sehen, merken wir schnell wieder, was für ein privilegiertes Leben unsere Art zu reisen ist. Auf den aus dem Meer hüpfenden Delfin warten wir dann aber doch vergeblich.

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