Heute Morgen müssen wir viele Entscheidungen treffen.
Wir haben immer ein Auge auf den Wetterbericht, damit wir nicht vom Sturm überrascht werden, der das Verlassen der Orkneyinseln zumindest ungemütlich, aber vielleicht auch unmöglich machen könnte. Außerdem muss die geplante Überfahrt nach Hoy, der zweitgrößten der Orkneyinseln, noch gebucht werden.
Letzteres gestaltet sich auch kurzfristig völlig unproblematisch. Einzige Voraussetzung: Man muss mit einem größeren Wohnmobil telefonisch buchen. Das klappt an der freundlichen Hotline dann erstaunlich gut. Und schwupps haben wir einen Platz auf der Mittagsfähre. Wir haben nun 2 Tage auf Hoy vor uns und sind sicher, dass es ziemlich gut werden müsste. Spoiler: Es wird besser.
Natur statt Kultur
Bis zum Mittag haben wir zwei Alternativen zur Auswahl. Entweder ein Besuch von Skara Brae, was als die am besten erhaltene Siedlung der Jungsteinzeit in Europa gilt. Oder aber einfach an den Klippen bleiben und die Landschaft und das erfreulich schöne Wetter genießen. Wir entscheiden uns für Natur statt Kultur.
Die Klippen haben auch heute wieder einiges zu bieten. Es wird einfach nicht langweilig, Wellen beim Zerschellen an den Felsen zuzusehen. Vor allem, wenn man so einen spektakulären Panoramablick hat.




Fähre über den Schiffsfriedhof
Wir verabschieden uns von Yesnaby, machen einen kurzen Zwischenstopp in Stromness zum Entsorgen und warten dann gespannt in Houton auf die Fähre, die uns nach Hoy bringen soll.
Meine Befürchtung, dass man auch hier rückwärts auf die Fähre fahren muss, ist unbegründet. Es kommt mir dann fast schon trivial vor, einfach mal so bis vorn ans Bug zu fahren. Langweilig!
Ganz und gar nicht langweilig ist die Geschichte vom Schiffsfriedhof, der sich unter uns im Scapa Flow befindet. Wenn ihr mal wieder staunen wollt, was für verrückte Dinge in der Geschichte passiert sind, dann lest euch den Wikipedia-Eintrag zur Selbstversenkung der kaiserlichen Flotte nach dem 1. Weltkrieg durch.
Atemberaubendes Hoy
Wir kommen unversenkt in Lyness an. Der erste Eindruck ist: Karg, sehr karg. Der zweite Eindruck: Gewaltig. Der dritte Eindruck: Das könnte jetzt hier auch auf Island sein. Wow!


Wir fahren durch diese Landschaft, die einen winzig werden lässt, und stellen uns darauf ein, dass wir am Ende der Welt ankommen werden. Natürlich ohne Mobilfunkempfang.
Aber von wegen: Gutes Netz, ein paar Häuser und sogar eine Telefonzelle gibt es hier. Vor allem aber einen Parkplatz (parken nicht länger als 7 Tage erlaubt, woher auch immer diese Regel kommt…) und sogar eine Toilettenentsorgung für Wohnmobile.

Wir parken das MoMo standesgemäß mit der Rundsitzgruppe zum Strand und genießen erst mal die Aussicht bei einem Kaffee während der obligatorische Regenschauer vorbeizieht.
Zottelige Highland Coos
Natürlich darf ein Weg zum Strand nicht fehlen.
Und schon unterwegs ist das hier Schottland aus dem Katalog: Hochlandrinder, trutzige und trotzdem halb verfallene Häuser und viel Landschaft.


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Was eine Szenerie!
Am Strand angekommen sind wir wieder mal sprachlos. Zum einen ist natürlich die Lage unterhalb der gewaltigen Klippen einmalig schön – wer braucht da noch Wolkenkratzer?




Aber es gibt auch wieder so viele Details zu entdecken. Die Gigantenkiesel mit ihren wunderbaren Farben und Mustern. Die unterspülten Sandbänke. Und schöne Frauen und spielende Hunde.





Der Auftakt unserer Zeit auf Hoy könnte gar nicht viel besser sein. Selbst der stürmische Wind und der gelegentliche Regenschauer passen einfach perfekt.
