Wir müssen an dieser Stelle mal ganz ehrlich sein: So ganz haben uns die Orkneys noch nicht gekriegt. Das war alles aus der Reihe „schön und gut, aber nicht außergewöhnlich“. Was wahrscheinlich mehr darüber aussagt, wie sehr wir durch Schottland schon verdorben sind. Denn es ist wirklich schön hier. Nur eben bislang nicht grandios.
Heute ändert sich das.
Broch of Gurness
Nach einem gemütlichen Start in den Tag besuchen wir am Vormittag noch den Broch of Gurness. Die eisenzeitliche Siedlung liegt direkt vor der Haustür und wir haben sie gestern noch nicht besucht.

Die Vorstellung, dass Menschen hier so gelebt haben, ist schon beeindruckend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das hier schon eine Top-Deluxe-Unterkunft für damalige Verhältnisse war.

Eine Sache muss man aber neidlos anerkennen: Die alte Makler-Weisheit „Lage, Lage, Lage“ kannten sie offensichtlich damals schon.


Brough of Birsay
Gegen Mittag brechen wir auf und fahren die nördliche Küste von Mainland entlang. Das Wetter ist prächtig und das satte Grün der Wiesen und das dunkle Blau des Meeres und der Seen sind ein Traum.
Vieles erinnert uns an Irland und die Wellen, die sich an der Küste brechen, haben wir so gewaltig das letzte Mal in Nordspanien gesehen. Und das sind ja nicht die schlechtesten Referenzen.
Unser Ziel ist der Brough of Birsay. Das ist eine Gezeiteninsel, die nur bei Ebbe erreichbar ist. Und erstaunlicherweise stimmt dieses Mal unser Timing: Es ist Ebbe.

Am Parkplatz angekommen, müssen wir nur ein paar Schritte gehen, um zum Mini-Damm zu gelangen, über den man die Insel erreichen kann. Es ist guter Spazierbetrieb in Richtung Insel. Also: für Orkney-Verhältnisse. Woanders würde man sagen: tote Hose.
Die Insel ist klein und ich hatte ehrlicherweise gar nicht viel erwartet. Einmal rübergehen, Hallo sagen und wieder zurück. Aber ganz so schnell geht es dann doch nicht.
Denn die Aussicht ist bei dem guten Wetter wirklich nicht von schlechten Eltern. Egal, in welche Richtung man schaut: Es ist ein Traum.