St. Magnus Cathedral und mehr

Der Tag wird eingerahmt von tollem Licht zu Sonnenaufgang und -untergang. Passt gut zur großartigen St. Magnus Kathedrale in der Inselhauptstadt Kirkwall.

Autor
Micha
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    Morgens werde ich wieder früh wach und sehe einen vielversprechenden orangefarbenen Himmel. Schnell springe ich in die Klamotten und gehe die paar Schritte hinunter zu den ungewöhnlichen, rissigen Felsen am Strand. Ein guter Start in den Tag!

    The Gloup

    Im Laufe des Vormittags zieht es sich immer mehr zu und es schnieselt. Wir fahren ans Ende der Deerness-Halbinsel, um den Gloup zu besuchen. Das ist eine eingestürzte Seehöhle, die bei stürmischerem Wetter auch ein Blowhole sein soll. Das fanden wir vor zwei Jahren in Nordspanien ziemlich aufregend. Aber bei dem schwachen Wind und geringen Wellengang ist hier eher tote Hose.

    Kirkwall

    Unser Weg führt uns weiter nach Kirkwall, der Hauptstadt von Orkney. Auf dem großen Parkplatz vor der Stadt gibt es sogar mehrere für Wohnmobile reservierte 24h-Plätze. Löblich! Wie wir überhaupt die Orkneys bis jetzt als absolut Wohnmobil-freundlich empfunden haben. Wenig Verkehr, keine „no overnight“-Schilder, keine Parkgebühren. Sehr entspannt hier.

    In Kirkwall gibt es mehrere Geschäfte, die Annette zurecht als „dangerous“ bezeichnet. Man könnte hier sehr schöne Kleidung und auch gefälligen Schmuck kaufen. Wenig Touri-Nepp, obwohl hier seit 2024 auch Kreuzfahrtschiffe anlegen können. In einer Buchhandlung gibt es das Buch von der Grüffelo-Oma, das in Deutschland erst übermorgen erscheint. Wusstet ihr, dass von den Grüffelo-Büchern mehr verkauft wurden als von den Harry-Potter-Büchern? Wir kaufen ebenfalls ein Exemplar.

    Beeindruckende Kathedrale

    Die St. Magnus Kathedrale erweist sich für uns dann als der Höhepunkt des Tages. Von außen zwar eine schöne, aber eben nicht unfassbar beeindruckende Kirche. Zumindest, wenn man aus der Nähe von Köln kommt…

    Aber innen wendet sich das Blatt. Es ist eine ganz besondere Kirche, mit einer trutzigen Atmosphäre. Vielleicht die perfekte Mischung aus den Ruinen, die wir bisher schon so oft gesehen haben, und einer lebendigen Kirche.

    Es ist ein ganz besonderer Zauber, den diese Kathedrale ausstrahlt. In jedem Winkel merkt man, dass das hier wirklich alt ist und schon viel gesehen hat. Gleichzeitig ist sie aber auch lebendig und mit ihren rauen Wänden weniger perfekt als manch anderes Gotteshaus.

    Gleichzeitig erzeugt die Höhe der Bögen automatisch ein Gefühl von Größe und Erhabenheit.

    Digitaler Klingelbeutel
    Digitaler Klingelbeutel

    Das Tüpfelchen auf dem i sind dann die pittoresken Grabsteine rund um die Kirche. Hier machen sie es richtig: kurzes Hinweisschild, dass die Steine umfallen könnten, Und keine hässlichen Metallgitter, um dumme Leute zu schützen, so wie in St. Andrews.

    Gurness

    Unser Weg führt uns hinter Kirkwall weiter in den Norden von Mainland nach Gurness. Dort gibt es einen großen Parkplatz, einen vielversprechenden Strand und einen Broch, eine Eisenzeitsiedlung.

    Wir beschließen, die Besichtigung des Brochs auf morgen zu verschieben und stattdessen lieber den Strand zu erkunden. Aber auch heute ist unser Timing suboptimal. Wir sind kurz vor dem Höchststand der Flut angekommen und entsprechend armselig ist der Strand. Noch dazu wenig aufgeräumt. Und das diesige Licht lässt auch das Wasser nicht besonders leuchten.

    Als wir auf dem Rückweg noch von Midges überfallen werden, da es ungewöhnlich windstill ist, sind wir etwas unterwältigt. Bis jetzt sind wir landschaftlich mit den Inseln noch nicht so wirklich warm geworden. Aber immerhin Bullen mit dicken Eiern gibt es hier.

    Eynhallow Sound

    Aber dann kommt der Sonnenuntergang.

    Der ist gar nicht besonders spektakulär, aber die friedliche Am-Ende-der-Welt-Stimmung beim Blick über den Eynhallow Sound ist einfach Balsam für die Seele.

    Wenn dann noch die Gänse wild krakeelend über einen hinweg fliegen und man Seehunde im Meer und algige Felsen vor sich sieht, macht das einfach nur glücklich.

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