Das nenne ich mal eine ruhige Nacht. Und was gibt es Schöneres, als dann auch noch zu strahlendem Sonnenschein aufzustehen und den Tag zu beginnen?
Water of Trool
Wir folgen der Empfehlung von Diane, einer anderen Wohnmobilistin, die mit uns und zwei weiteren Womos die Nacht hier verbracht hat. Sie hat gestern so begeistert von dem Weg entlang des Flusses geschwärmt, dass wir dem Rat heute gerne folgen.
Schon auf den ersten Metern wird klar: Sie hat nicht übertrieben. Auch uns gefällt dieser gemütliche Spazierweg entlang des Water of Trool. Es fällt allerdings auf, dass es hier vor nicht allzu langer Zeit auch Überschwemmungen gegeben haben muss. An einer Stelle ist sogar eine Art Deich gebaggert worden, der wohl das Wasser davon abhalten soll, noch größere Bereiche zu überfluten.

Bluebell-Fieber
Anscheinend hat diese Maßnahme insbesondere den Bluebells gutgetan. Denn diese wachsen hier wie verrückt. So schön!


Aber auch der Rest der Landschaft gibt uns genug Anlass, einander zu versichern, wie gut es ist, wieder in Schottland zu sein. Diese Farben, diese Luft, dieses Licht! Wir sind aufs Neue verliebt in dieses Land.








Geisterjäger
Kurz bevor wir auf den Loch Trool stoßen, begegnen uns an der Martyr’s Tomb ein paar Schotten.
Dieses einfache Steingehege erinnert an sechs Covenanter, schottische Presbyterianer, die 1685 wegen ihres unerschütterlichen Glaubens und ihres Widerstands gegen religiöse Verfolgung brutal ermordet wurden.
Aber was machen die dort? Sie haben Geräte in der Hand, die an ein Walkie Talkie erinnern. Oder sind es doch Handys? Sie geben hin und wieder laute Piepsignale von sich.

Eine der Frauen erklärt uns, dass dies für „Ghosts“ sei? Geister? Haben wir uns da vielleicht verhört, weil der Akzent wirklich sehr heftig ist? Auf einem der Geräte steht Gauss. Aber wofür soll das alles sein?
Ein Hoch auf das Internet, dass uns aufklärt, dass wir tatsächlich richtig gehört haben. Das waren Geisterjäger, die sich ein entsprechendes Equipment gekauft haben. Irgendwas mit elektromagnetischen Feldern und paranormalen Aktivitäten. Ah ja.
Wenn ihr also mal eben 200 € zu viel habt oder entsprechend veranlagt seid: Berichtet doch mal von euren Erfahrungen…





Wetterwechsel am Loch
Als wir schließlich am Loch Trool ankommen, ist das Wetter umgeschlagen. Von frühlingshaft sonnig und mild zu bedeckt und leicht tröpfelnd. Für eine kleine Stärkung und eine Skizze von Annette reicht es aber locker.





Der Rückweg führt uns dann etwas oberhalb des Tals zurück zum Parkplatz, an dem wir uns im Café erst mal mit Kuchen und Kaffee bzw. Tee belohnen.
Pläne schmieden
Am Nachmittag planen wir, wie es weitergehen soll, und machen erst einmal lange Gesichter. Denn für die kommende Woche sind sämtliche Fähren auf die Isle of Arran ausgebucht. Gestern hatte ich noch gesehen, dass es am Montag mehrere Überfahrten gegeben hätte. Da wir aber noch nicht ganz sicher waren, ob wir so bald übersetzen wollen, hatte ich noch nicht gebucht. Jetzt sieht es so aus, als müssten wir die Insel ganz von unserer Reiseplanung streichen.
Gut, dass es hier so viel zu sehen gibt, dass wir genügend Alternativen finden.
Und der Sonnenuntergang gibt uns mal wieder recht, dass es sich lohnt, hier noch eine zweite Nacht zu verbringen.


