Der Wetterbericht hat aber mal so was von recht!
Kein Wölkchen steht am Himmel, als wir morgens aufstehen. Ein perfekter Sommertag in den Bergen steht uns bevor, da durch den durchgezogenen Regen alles frischer als frisch erscheint.
3 für 2
Es gefällt uns so gut im Simmental, dass wir mit dem Weiterreisen keine Eile haben. Und schließlich gibt es auch noch den 3-für-2-Tagespass für die Bahnen im Lenker und Adelbodner Gebiet. Die gönnen wir uns für 62 SFR/Person und können jetzt nach Belieben die Berge rauf und runter gondeln. Toffi haben wir mal lieber noch nichts gesagt…
Über Stoss nach Leiterli
Mit unseren neuerworbenen Tickets steigen wir also in die Gondel ein und Toffi scheint sich zu erinnern: nicht schön für sie, aber machbar.
Die Talstation liegt auf 1090 m Höhe. Als wir die Mittelstation in Stoss erreichen, denken wir, dass wir nach so einem steilen Anstieg schon die meisten Höhenmeter hinter uns haben. Aber es sind dann immerhin noch mal gute 300 Meter, die wir in die Höhe kutschiert werden. Dieses Mal aber eher sanft ansteigend und mit einer Wahnsinnsaussicht, die Lust auf das macht, was uns heute erwartet.

Erst mal ein Momö
Wir steigen aus und müssen uns erst mal an ein paar Grad weniger und die Höhenluft gewöhnen. Gegen die frische Luft tut es ein langärmliges Shirt und zum Akklimatisieren hole ich uns erst mal einen Suure Most – bei dem Aufkleber ist das doch Ehrensache!

Wobei die EU dem wohl einen Riegel vorschieben würde. Das Ganze „Saft vom Fass“ zu nennen und dann im Kleingedruckten zu schreiben, dass er 4 % Alkohol hat – schwierig. Aber lecker!

Panorama satt
Wir begeben uns auf den ausgeschilderten Alpenblumenweg. Wobei man den hier kaum benötigt. Verlaufen kann man sich nicht, und Alpenblumen hat es im Sommer hier mehr als genug. Gut brauchen kann man aber die Schilder, auf denen die Namen der jeweiligen Blumen stehen.


Wir haben nur wenige Schritte gemacht, als unter uns ein kleiner Speichersee auftaucht, der in hebridischen Farbtönen schimmert. Wir freuen uns über diesen tollen Anblick, den wir gar nicht erwartet hatten. Und da es auch noch mehr als genug Aussichtsbänke für dieses Panorama gibt, unterbrechen wir die gerade begonnene Wanderung auch schon wieder.

Annette packt die Malsachen aus und ich meine Fotoausrüstung. Es gibt aber auch wirklich genug Sinneseindrücke zu verarbeiten.






Keine Zeit mehr
Als wir uns dann doch mal wieder auf den Weg machen, setzen wir unser „Ach schau mal, solch eine schöne Blume!“-Spiel weiter fort und kommen auch jetzt nicht so richtig vom Fleck.


Irgendwann fällt bei mir dann aber doch der Groschen: „Du, es ist gleich schon vier Uhr. Die letzte Bahn fährt schon um fünf.“ Lange Gesichter auf beiden Seiten. Wir wollen noch gar nicht hinunter! Aber den Fußmarsch ins Tal über 1000 Höhenmeter finden wir halt auch nicht prickelnd.
Wir machen also kehrt und bummeln in bekannter Manier wieder zur Bergstation zurück. Gut, dass wir noch zwei Tage unsere Bahnkarte nutzen können!






Fondue-Shopping
Auf dem Rückweg von der Talstation zum Bus geraten wir noch in einen kleinen Kaufrausch. Annette findet endlich einen Strohhut mit breiter Krempe, der ihr beim Malen die Sonne von den Augen halten soll. Man kann passende Farben nämlich gar nicht so gut auswählen, solange man eine Sonnenbrille aufhat.

Und anschließend machen wir unseren Plan vom Wintercamping in Morteratsch endlich wahr: Eine Grundausstattung fürs Käsefondue muss her.
Wir hatten bei unserem Schaufensterbummel bei Lenk-Milch schon ein Rechaud ins Auge gefasst. Aber als Annette entdeckt, dass es sogar ein Klapp-Rechaud gibt, den man auch als Pfannenuntersetzer verwenden kann, schlagen wir zu. Passend dazu gibt es noch eine Lenker Fonduemischung, sodass wir unsere neue Ausrüstung morgen direkt testen können.
Denn den heutigen Abend haben wir schon mit Grillen verplant, was wir dann auch gerne wieder vor dem Mannimobil genießen.