Nach dem Frühstück wollen wir nicht nur eine Runde mit den Hunden gehen, sondern dem Ort für diesen kostenlosen Übernachtungsplatz auch Dankeschön sagen. Also wird in dem kleinen Örtchen Lauder erst mal die MoMo-Vorratskammer gefüllt.


Wir sind völlig überrascht, wie viele kleine Läden es hier noch gibt. Einen Bäcker, der sogar ein Baguette backen kann. Einen Dorfmetzger, wie es ihn bei uns kaum noch gibt. Sogar einen Obst- und Gemüseladen und ein Delikatessengeschäft(!) gibt es hier. Wir suchen sie alle der Reihe nach auf und freuen uns schon darauf, die leckeren Sachen zu verspeisen, die wir uns mitnehmen.



Loch Leven
Im letzten Herbst war eine unserer letzten Stationen der Loch Leven. Da der Loch an unserer geplanten Route in den Norden liegt und es dort mehrere Übernachtungsplätze gibt, planen wir einen erneuten Aufenthalt ein.
Denn darüber hinaus gibt es mit Lochleven Castle auch noch eine Besonderheit. Es wird nach dem Kisimul Castle auf Barra und der Inchmahome Priory auf dem Lake Menteith nämlich unser drittes Mal Castle-Watching per Boot!
Das hat allerdings auch einen Nachteil: Spontan kommt man eben nicht dorthin. Als wir gegen Mittag dort sind, gibt es die nächsten freien Plätze erst um 14:45 Uhr. Für uns ist das aber eher ein Vorteil, da wir dann noch eine Runde mit den Hunden durch den Kirkgate Park machen können.
Leider müffelt es hier am Seeufer reichlich und auch Grünalgen sind ein Thema. Aber für ein Picknick mit dem leckeren Gebäck aus der Bäckerei und einem ersten Blick aufs Castle reicht es dann doch.



Überfahrt mit Spaß
Wir finden uns pünktlich zur Abfahrt ein und steigen zu unserem Skipper James ins Boot. In breitem schottischem Akzent erzählt er Dönekes über unsere Umgebung.

Dass der Benarty Hill zu unserer Rechten im Volksmund nur der Sleeping Giant genannt werde, weil er wie ein schlafender Riese aussehe.
Oder, dass der Pegel des Lochs Anfang des 19. Jahrhunderts noch 1,4 m höher war, da der Bau des Leven-Kanals zu einer Reduzierung der Wassermenge um 75 % führte.
Oder, dass man im Herrenhaus zu unserer Linken auch übernachten könne. Für 21.000 Pfund. Minimum 3 Nächte… Möchten wir euch hiermit fürs MoMo auch anbieten. Anfragen bitte an info@momoblog.de.
Lochleven Castle
Die Insel mit dem Castle ist dann wirklich übersichtlich. Vier Fasane, ein Castle und ein bisschen Wald. Verlaufen hat sich hier noch niemand. Es ist ein wenig prickelnd, zu wissen, dass man hier mit kaum mehr als 10 anderen Besuchern alleine auf der Insel ist. Hierdurch kann man sich ein ganz kleines bisschen in Maria Stuart hineinversetzen, die hier ein Jahr lang eingesperrt war, bis ihr die Flucht gelang.




Mary, Queen of Scots, ist hier übrigens ein großes Ding. Ist ja auch eine irre Geschichte, dass sie mit 5 Jahren nach Frankreich gebracht wurde, um dann mit 16 Jahren den König von Frankreich zu heiraten. Zumindest schaut das vierjährige Mädchen auf unserer Rückfahrt fast schon panisch, als der Skipper sie fragt, ob sie nächstes Jahr auch nach Frankreich fahren wolle, um dort den König zu heiraten.
Der abgesagte Sonnenuntergang
Wir fahren ein paar Kilometer weiter zum Südufer des Lochs. An den Loch Leven Lodges kann man auf dem Findatie Car Park kostenlos übernachten. Ideal für meinen Plan, stimmungsvolle Aufnahmen zum Sonnenuntergang zu machen.
Aber daraus wird dann nicht das, was ich mir ausgemalt habe. Denn von der Sonne sehen wir ab dem Nachmittag gar nichts mehr. Schade.

Immerhin habe ich aber auf meinem Hin- und Rückweg entlang des Lochs Begegnungen mit einem Reh, das mich verständnislos anschaut, warum ich um diese Zeit auf seinem Weg unterwegs bin.
