Das MoMo ist repariert, Hurra!
Das passt uns gut, denn ab jetzt sind wir 7 Wochen kreuz und quer durch Schottland unterwegs. Moment mal, fragt sich der geneigte Leser da: Waren die nicht im letzten Herbst gerade noch dort? Stimmt, gut aufgepasst!
Wir haben damals aber mehr traurig Abschied genommen. Denn zu vieles haben wir immer noch nicht gesehen. Vor allem aber mussten wir abreisen, bevor sich das Herbstlaub so richtig verfärbt hatte. Das möchten wir in diesem Jahr nicht verpassen. Denn die Sehnsucht nach Highland & Islands ist unvermindert groß.
Fährenprofis
Die Anfahrt nach Schottland ist aus Westdeutschland mit der Amsterdam-Newcastle-Fähre von DFDS einfach unschlagbar bequem. Vier Stunden Autobahn bis man in Amsterdam ankommt, und der anstrengendste Teil der Anfahrt ist bereits erledigt. Da sehen wir dann über die stramm gestiegenen Preise seit unserer ersten Fahrt in 2019 mal hinweg. Wenn man sich an eines in den vergangenen Jahren gewöhnt hat sind es ja gestiegene Preise.
Es bleibt sogar noch Zeit für eine Portion Fish & Chips in der holländischen Version im Kop van de Haven. Da müssen sich die Schotten schon mächtig anstrengen, um das zu toppen - so lecker!

Unsere Überfahrt fängt mit der freundlichen Begrüßung mit Hundeleckerli bei den Hundekabinen an und geht mit einer bequemen Überfahrt weiter. Inklusive des obligatorischen Abschieds-Heinekens im Columbus-Club, wo die holländische Motorrad-Gang am Nebentisch später Probleme hat, den Regeln des Bingo-Spiels zu folgen. Die hatten dann wohl schon ein paar Bierchen mehr intus…



Am nächsten Morgen trauen wir unseren Augen nicht. Newcastle begrüßt uns doch tatsächlich mit strahlendem Sonnenschein! Blöd, dass das Verlassen des Schiffes dann außerordentlich lange dauert. Solch lange Schlangen beim Verlassen einer Fähre ist man EU-verwöhnt ja gar nicht mehr gewohnt.
Immerhin hat mit unserem ETA-Eintrittsgeld alles geklappt und wir werden freundlich ins Land gelassen.
Links? Mache ich mit links
Der Linksverkehr kann meinen Puls schon gar nicht mehr erhöhen. Einfach losfahren und mitschwimmen. Das Schöne an der Ankunft in Newcastle ist, dass sich das Verkehrsaufkommen peu à peu steigert und man auch dadurch problemlos in den Flow kommt.
Wir nehmen wieder mal die A68, die mitten durch den Northumberland Nationalpark führt. Es ist wieder toll, zu sehen, wie sich die Szenerie mit jedem gefahrenen Kilometer verändert. Ständig geht es auf und ab. Es wird immer uriger und die Heidelandschaft übernimmt das Kommando.

Carter Bar
Am herrlichen Aussichtspunkt Carter Bar an der Grenze machen wir pflichtbewusst unseren ersten Stopp auf schottischem Boden. Beim letzten Mal hat es hier so geschüttet, dass wir schnell weitergefahren sind.


Dieses Mal werden wir stilecht mit Dudelsack empfangen. Das Unikum, das dort in seinem Kofferraum Touristenkram feilbietet, weiß nach 26 Jahren, wie das Geschäft läuft: Bus kommt an, ein wenig auf dem Sack dudeln, dann seine Ware anbieten und Small Talk machen. Und wenn der Bus weg ist, fährt er mit offenem Kofferraum hinüber auf die andere Straßenseite und beglückt dort die Touristen.

Wir machen mit den Hunden den kleinen Abstecher zum Cheviot Goat, einer Statue, die einen springenden Ziegenbock zeigen soll. Die Hunde sind begeistert über den Auslauf nach dem langen Stubenhocken. Wir auch!

Unsere nächsten Stopps machen wir dann kurz vor Melrose am Leaderfoot Viaduct und wenig später am Scott’s View. Benannt nach Sir Walter Scott und mit einer wirklich schönen Aussicht auf die Eildon Hills, die wir vor 6 Jahren erwandert haben. Uns zieht es aber noch weiter.



Dryburgh Abbey
Wir haben uns, wie schon vor 6 Jahren, wieder einen Pass von Historic Scotland gegönnt, mit dem wir kostenlos in verschiedenste Castles und Abbeys hineinkommen. Und einer der Orte, die uns damals mit am besten gefallen hat, liegt ganz in der Nähe.
Dryburgh Abbey ist uns in Erinnerung als zauberhaft ruhiger Ort mit einem schönen Park. Annette möchte gerne dort in Ruhe malen, ich möchte fotografieren. Passt!

Wir genießen den schottisch-freundlichen Empfang und das Auffrischen unserer Erinnerungen, als wir das Gelände betreten. Es ist beim zweiten Mal vielleicht sogar noch schöner!










Wir überlegen kurz, ob wir hier an der Abbey oder am Scott’s View unser Nachtlager aufschlagen sollen. Aber ein paar Meilen wollen wir noch in Richtung Norden machen.
In Lauder finden wir dann einen ruhigen Übernachtungsplatz und müssen uns ein paarmal kneifen: Wir sind wieder da!

