Morgens komme ich schwer aus dem Bett, aber wenn Annette ruft „Das musst du dir ansehen!“ ist es in der Regel mehr als gerechtfertigt. So auch heute.
Auf dem Feld vor uns haben sich locker 10–20 Milane versammelt und machen Morgengymnastik. So viele Raubvögel auf einem Haufen haben wir wirklich noch nie gesehen.
Als ich schlaftrunken mit dem Supertele nach draußen torkele, habe ich natürlich nicht bedacht, dass die Vögel das nicht besonders beruhigend finden. Kurz darauf sind alle buchstäblich ausgeflogen.
Ich verstecke mich so halb hinter dem Mannimobil und ein paar Vögel lassen sich dann doch noch einmal blicken. Aber so voll wie zuvor wird es leider nicht mehr.

Das Elsass ruft
Etwas wehmütig verlassen wir den Jura schon wieder. Es hätte gerne noch länger dauern dürfen, aber die Heimat ruft.
Wir haben im nördlichen Elsass ein Restaurant für unser fast schon traditionelles feines letztes Abendessen gefunden. Das Le Cygne (Der Schwan) in Gundershoffen liegt reisetechnisch perfekt für uns. Und im Nachbarort Reichshoffen gibt es sogar einen kostenlosen Stellplatz mit Entsorgung. Perfekt!
Die bistronomische Tafel
Das Restaurant versteht sich als eine Verknüpfung von lockerem Bistro mit gehobener Küche zu bezahlbaren Preisen. Genau unser Ding. Und auch optisch macht das blaue, typisch elsässische Gebäude etwas her.
Unsere Sorge, ob wir hier vielleicht etwas underdressed sein könnten, verfliegt schnell. Wenn man hier nicht ganz flodderig reinkommt, passt das schon.
Auch der Service ist freundlich zugewandt. Der große Vorteil vom Elsass ist, dass man oft auf Deutsch bestellen kann und auch die Karte übersetzt ist.

Wir wählen dekadent das Viergang-Menü und werden nicht enttäuscht. Allerdings muss man sagen, dass die Portionen sehr ordentlich sind und man auch von einem Dreigang-Menü hier sicher satt wird. Wir sind nachher pappsatt. Vor allem aber: Es war alles wirklich köstlich und wunderschön angerichtet. Ich glaube, ich bin jetzt in dem Alter, wo man sich auch über ein besonderes hübsches Geschirr freut.


Insbesondere der Gravlax, der Annette an den Besten in Skandinavien erinnert und mein Fischtopf sind wunderlecker. Dicke Empfehlung!
Und so geht es weiter
Unsere Rückfahrt verläuft dann stressfrei und fast ereignislos.
Über die dusseligen Grenzkontrollen, die es trotz Schengen jetzt wieder gibt, kann ich mich trotzdem aufregen. Auch wenn in unserem Fall die Schlange kurz und die Beamten freundlich sind.

Auch will uns das Navi ganz neue Teile der Eifel zeigen, weil es der Meinung ist, bessere Wege als die offiziell ausgeschilderten zu kennen. Aber ansonsten: alles fein.
Wir schließen also das Kapitel Schweiz im Sommer mit einem ausgesprochen wohlig warmen Gefühl von „Das machen wir gerne noch einmal!“ und warten darauf, dass in den kommenden Wochen unser Schaden am Hilfsrahmen endlich beseitigt werden kann.
Denn unsere Herbsttour nach Schottland möchten wir im September dann gerne wieder mit einem einwandfreien MoMo unternehmen.
Bis dann!