Meine innere Uhr lässt mich kurz vor Sonnenaufgang wach werden. Ein kurzer Blick hinaus genügt: Warme Sachen anziehen, Fotosachen klarmachen und auf geht’s zum Fotografieren.

Ich bin dann überrascht, wie viele Mitcamper auch schon wach sind und sich den Sonnenaufgang nicht entgehen lassen möchten. Verständlich, denn so oft erlebt man hier oben solch einen sonnigen und vor allem nahezu windstillen Morgen nicht.




So kann ich mich dann an der kleineren Bucht mit schönen Spiegelungen vergnügen, während Annette mich von oben stalkt.



Massentourismus auf Schottisch
Im vergangenen Jahr hatten wir DIE Sehenswürdigkeit in dieser Ecke Schottlands mit Nichtachtung gestraft.
Dieses Mal möchten wir aber schon die Smoo Cave besuchen. Schließlich taucht die Meereshöhe mit Wasserfall in jedem Reiseführer und in jedem Reisebericht über die NC500 auf.
Sie ist nur eine halbe Stunde zu Fuß von unseren Campingplatz in Sango Sands entfernt. Da lohnt es sich nicht, die Räder rauszuholen.

Als wir die Parksituation vor der Höhle sehen, fühlen wir uns an die Isle of Skye erinnert: So eine Konzentration von Touristen an einer Stelle erlebt man in Schottland nicht so häufig, wenn man, so wie wir, eher nicht auf den ausgetretenen Pfaden unterwegs sein möchte. Wir stellen uns mal lieber nicht vor, wie es hier im Hochsommer aussehen mag.

Erst mal ans Meer
Wir beschließen, nicht den direkten Weg hinunter zur Höhle zu nehmen, sondern erst mal gegen den Uhrzeigersinn hinüber zu den Klippen zu laufen.
Der Ausblick von oben hinunter in den kleinen Fjord, den der Bach aus der Höhle kommend hier geformt hat, ist dann schon mal vielversprechend.

Fun Fact: Nicht Möwen, sondern Tauben nisten hier in der Steilwand!
Der Blick hinunter in den Fjord und auf die Klippen in der Ferne erinnert uns stark an Irland. Eine tolle, zerklüftete Küstenlandschaft ist das hier.



Höhlenforscher
Als wir dann schließlich zur Höhle hinuntergehen, scheinen wir Glück zu haben, dass die Touristengruppen, die wir bei der Ankunft gesehen haben, entweder wieder weg sind oder gerade auf Höhlenerkundung per Boot sind.
Die Erkundung der Höhle kann man nämlich auf einer geführten Tour noch vertiefen, da die hinteren Kammern nur über das Wasser erreicht werden können.

Der Wasserfall, den es nach starken Regenfällen in der Höhle gibt, bekommen wir leider nicht zu Gesicht. Es war in Schottland in diesem Jahr wohl ungewöhnlich trocken.
Uns reicht der Besuch des 15 Meter hohen Eingangsbereichs. Am Ende sind wir zwar nicht enttäuscht, aber gesehen haben muss man diese Höhle jetzt auch nicht zwingend. Da haben wir im vergangenen Jahr richtig entschieden.

Als Stärkung für den Rückweg kehren wir noch im Durness Food Spot ein. Ein Fish&Chips-Shop der feinen Art mit dem sympathischen Motto „I don’t do Fast Food, I do Good Food as fast as I can.“ Und der Highland-Burger mit Haggis ist dann genau nach Annettes Geschmack.



Mond und Wind
Den Nachmittag verbringen wir dann gemütlich am und im MoMo und brechen nur für einen Supermarktbesuch zum erstaunlich gut sortierten Sparmarkt um die Ecke auf.
Es hat sich im Verlauf des Tages immer mehr zugezogen und die Stimmung ist gänzlich anders als gestern. So wie wir das von Schottland kennen. Man weiß nie so ganz genau, was einen wettermäßig erwartet.
Diesmal ist es dann aufgefrischter Wind und ein Mond, der über dem Meer aufgeht. Schön ist es auf jeden Fall immer wieder!
