Ards Forest Park

Ards Forest Park

Der Ards Forest Park begeistert uns mit seiner Vielfältigkeit. Und in Dunfanaghy bekommen wir vielleicht die beste Pizza außerhalb Italiens serviert.

Autor
Micha
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    Kurz überlegen wir am Morgen noch, ob wir noch einen Tag auf Rossguill dranhängen sollen. Angeblich soll sich gutes Wetter am ehesten noch hier oben halten. Aber unser Reisetempo ist uns eigentlich schon langsam genug. Ein bisschen Strecke wollen wir machen, damit wir noch ein paar mehr Orte auf unserem Donegal-Wunschzettel besuchen können, bevor es wieder nach Schottland zurückgeht.

    Denn ich hatte heute einen lustigen Freudschen Versprecher, als ich bei der Diskussion davon sprach, dass wir noch Orte besuchen wollen, bevor wir „nach Hause“ fahren. Nach Hause meinte in diesem Fall: Schottland.

    Plötzliche Eingebung

    Unser Zwischenziel soll für heute der Strand von Dunfanaghy sein. Den haben wir vor vier Jahren schon besucht, können uns aber beide nicht mehr so hundertprozentig daran erinnern. Das will aufgefrischt werden!

    Auf der Fahrt liest Annette laut das Schild vom Ards Forest Park vor. Wäre das ein lohnendes Ziel? Und mir fällt plötzlich ein, dass ich darüber gelesen und es auf meine „Könnte sich lohnen“-Liste gesetzt hatte. Spontan biegen wir ab und finden uns vor einer Schranke wieder. Wir zahlen die 5 € Parkgebühr ins Blaue und lassen uns überraschen, was uns erwartet. Es wird eine gute Überraschung!

    Zunächst einmal fährt man mehrere Kilometer(!) auf einer nahezu schnurgeraden Straße, bis man an einem Parkplatz ankommt. Laut Karte direkt am Strand, aber zu sehen ist hier nur Wald. Spannend, da es in Donegal zwar Strände bis zum Abwinken gibt, aber Wälder gar nicht mal so häufig. Wir freuen uns über die Abwechslung, mal wieder durch einen Wald zu streifen.

    Waldzauber

    Wir entscheiden uns für den blauen Rundweg, der einen in 8 Kilometern durch den Wald zur Küste und wieder zurück führen soll. Gute Wahl!

    Es geht ordentlich eine Steigung hinauf und wir tauchen immer tiefer in den Wald ein, der uns schnell begeistert. Schöne Wege, charaktervolle Baumgestalten und dazu noch Bluebells – schöner geht’s nicht.

    Ards Forest Park
    Ards Forest Park
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    Ards Forest Park
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    Hochzeit mit Aussicht

    Als wir wieder zur Küste kommen, denken wir zunächst wieder an einer stimmungsvollen Ruine herausgekommen zu sein.

    Ards Forest Park
    Ards Forest Park

    Aber es ist nahezu das Gegenteil. Denn an der Ards Friary findet eine Hochzeit statt. Während der Pater in seiner braunen Robe noch einmal an den Blumen nestelt, bevor das Brautpaar eintrifft, warten schon ein paar aufgebrezelte Gäste auf den Rest der Gesellschaft.

    Ards Forest Park

    Und wenn man sich die Location mit ihrem fulminanten Meerblick so anschaut, kann man festhalten: Man kann auch schlechter heiraten. Selbst die Statue scheint noch einmal frisch gestrichen zu sein!

    Ards Forest Park

    Unser Weg führt uns weiter die Küste entlang und es macht dies zu einer mehr als abwechslungsreichen Wanderung: Wald, Strand, Steilküste, Dünen. Alles mit immer wieder großartigen Aussichten. Selbst bei diesem etwas durchwachsenen Wetter. Fast schon „Ireland in a nutshell“.

    Ards Forest Park
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    Ards Forest Park
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    Rusty Oven

    Als wir wiederkehren, sind wir von der Wanderung ganz schön geschafft. Durch das viele Stehenbleiben, Schauen und Fotografieren haben wir locker doppelt so lange gebraucht wie eigentlich für diesen Weg vorgesehen ist. Aber wenn es doch so schön ist?

    Da ich dadurch ein ordentliches Hüngerchen bekommen habe, recherchiere ich noch mal die Lage an der Restaurant-Front im nicht weit entfernten Dunfanaghy und stoße dabei auf den Rusty Oven. Die Pizzen, die dort gebacken werden, sehen auf den Fotos erstaunlich lecker und handgemacht aus. Fast schon wie in Italien. Eigentlich zu gut für ein Kaff im nördlichen Donegal. Müssen wir ausprobieren. Spoiler: Saugute Idee!

    Wir parken das MoMo an der Hauptstraße und gehen in die Richtung, in der die Pizzeria sein soll. Aber zunächst deutet nichts darauf hin, dass dort ein Restaurant ist. Kein Schild, keine Werbung, gar nichts.

    Erst als man fast schon davor steht, sieht man, dass hier etwas sein könnte. Wenn man dann noch ein paar Schritte macht, steht man plötzlich in einer Art Halle, in der der Bär steppt: Alle Tische voll, fröhliches Geschnatter und die gesamte Crew für die Pizzabereitung auf Hochtouren.

    Dunfanaghy

    Es gibt eine Art Kassenhäuschen, an dem man bestellt. Dann hinterlässt man seinen Namen und bekommt die voraussichtliche Wartezeit gesagt („25 minutes“).

    Dunfanaghy

    Ich gebe zu, dass ich etwas skeptisch bin, ob das alles funktioniert, aber es wird sogar noch besser. Unser erster Plan ist es, die Pizza für Take-away mitzunehmen und die paar Kilometer bis zum Strand zu fahren, wo wir übernachten wollen. Aber am Eingang des Rusty Oven ist ein Womo-Parkplatz, an dem man auch übernachten darf und wo noch ein Platz frei ist. Schnellentschlossen parke ich um. Und schnellentschlossen fragen wir nach, ob aus Take-away auch Vor-Ort-Essen werden könnte. Alle Tische sind restlos ausgebucht (der Laden brummt!), aber wir könnten gerne in einer Art Hinterhof auf Picknickbänken sitzen. Wein und Softdrinks gebe es im Rusty Oven, Bier und anderes könnten wir im Patsy Dans, dem zugehörigen Pub, kaufen.

    Ich besorge also Bierchen und wenig später steht die Pizza auf dem Tisch.

    Und was soll ich sagen? Außerhalb Italiens ist das auf jeden Fall eine der besten Pizzen, die wir je gegessen haben. Keine Übertreibung! Ja, wir sind genauso überrascht und ungläubig wie ihr Leser jetzt gerade auch. Wie kann das sein, dass man in einem Nest im nordirischen Donegal so eine schweineleckere Pizza serviert bekommt? Wissen wir nicht, aber wir freuen uns königlich über diese Entdeckung.

    Dunfanaghy

    Patsy Dans

    Beim Bierholen im Patsy Dans sind mir zwei Dinge sofort aufgefallen. Es ist noch ein richtig klassischer Pub mit ganz viel Patina und Charme. Und heute Abend ist Trad-Session. Also gehen wir noch in den Pub, bestellen die nächste Runde Bier und schwelgen in der Atmosphäre.

    Hunde sind hier willkommen (wobei Toffi hier wohl einen Herzinfarkt bekommen würde) und auch ein Bellanfall bei einem Dackel wird von allen Gästen freundlich ignoriert – zumindest habe ich keine erhobene Augenbraue gesehen. Es ist ein ständiges entspanntes Kommen und Gehen, das nach einer von uns nicht erkennbaren Choreografie abläuft.

    Die Musiker beratschlagen kurz, welches Stück sie als Nächstes spielen wollen, und legen los. Wenn dann beim Refrain ein „Everybody!“ geschmettert wird, kann man davon ausgehen, dass dann auch alle mitsingen. Zumindest die, die (anders als wir) den Text kennen. Großartig!

    Dunfanaghy

    Dunfanaghy Beach

    Da ich mich wohlweislich auf alkoholfreies Guinness (schmeckt erstaunlich gut) beschränkt habe, fahren wir vor Sonnenuntergang noch zum großen Parkplatz am Dunfanaghy Beach. Dort finden wir problemlos einen Platz und können noch eine entspannte Abendrunde mit den Hunden am Strand bleiben. Dunfanaghy kann echt was!

    Dunfanaghy
    Dunfanaghy

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