Was war das eine ruhige Nacht. Zuvor waren wir uns nicht ganz sicher, ob der Parkplatz am Meer an einem Freitag nicht auch attraktiv für die Dorfjugend sein könnte. Aber es blieb alles ruhig.
Am Vormittag füllt sich aber der Platz mit Familien und Hundespaziergängern.
Irische Strandstudien
Man kann hier regelrechte Studien betreiben, wie das Strandleben kultiviert wird.
Zum einen gibt es da die Langweiler. Das sind so Leute wie wir. Warm gekleidet, eine Regenjacke, falls es nass wird, und in der Regel einen Hund dabei.


Dann gibt es die Sportlichen. Nur das Nötigste an Kleidung, drahtig und voller Vorfreude auf das Laufen im schweren Sand. Und anschließend mit federndem Lauf zurück nach Hause. Ehrensache, dass man kein Auto benötigt, um zum Strand zu kommen.
Familien mit Kind haben in der Regel alles ab drei Kindern aufwärts. Die sind dann so gekleidet, dass ein Bad im Meer zumindest optional ist. Verantwortungsbewusste Eltern sorgen für Ganzkörper-Neoprenanzüge oder Dryrobes, die über die Badebekleidung gezogen werden.


Kleidungstechnisch geht es bei einigen tatsächlich auch in Richtung Sommer. Was bedeutet, dass Shorts und T-Shirt ausreichen müssen, auch wenn der Himmel sich schon dunkel einfärbt.
Hüttenbrumm
Als der Himmel sich immer dunkler färbt, ziehen wir uns ins MoMo zurück. Der Regen lässt dann aber doch erstaunlich lange auf sich warten, legt dann allerdings einen beeindruckenden Auftritt hin. Es bilden sich erstaunlich große Pfützen.


Uns beeindruckt das aber herzlich wenig, da wir es uns gemütlich machen. Dieses „einfach mal nur hier sitzen“ hatten wir schon viel früher und viel häufiger erwartet. Jetzt tut es gut, um die Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten, weil einfach mal nichts Neues hinzukommt.
Denn wegfahren mögen wir hier noch nicht. Der Platz ist geradezu ideal, da es hier auch Wasser, Mülleimer und Glascontainer gibt. In Irland eine Seltenheit.
Noch einmal Pizza
Der Regen lässt pünktlich zum Abend hin nach und die Sonne zaubert noch mal eine kleine Lichtshow an den Himmel.
Für den heutigen Abend haben wir einen simplen Plan. Die Pizza im Rusty Oven war so lecker, dass wir uns diese gerne noch einmal gönnen möchten.
Idealerweise kann man vom Parkplatz aus immer den Strand entlang bis zur Stadt laufen. Das nenne ich mal verkehrsberuhigt!




Im Rusty Oven sind wir jetzt schon alte Hasen. Wir bestellen unsere Pizza und nehmen im Hinterhof Platz, da auch heute alle Tische ausgebucht sind. Ich besorge uns zwei Bier im Patsy Dans und als ich aus dem heute deutlich volleren Pub komme, steht schon die Pizza auf dem Tisch. Gutes Timing!

Auch heute schmeckt es uns wunderbar.


Mindestens ebenso toll ist die fröhlich-freundliche Atmosphäre, welche die überwiegend U-30-Crew hier verbreitet. Vielleicht sollte so mancher alter weißer Mann mal hier vorbeischauen, bevor er wieder erzählt, dass die jungen Leute alle nicht arbeiten wollen. Doch, wollen sie. Aber vielleicht einfach in einer angenehmen Arbeitsatmosphäre? Denn das Pensum, das die hier an einem Arbeitstag abspulen, ist enorm. Aber alle mit einem Lächeln.


Old Ireland
Dunfanaghy hat uns auf jeden Fall voll gekriegt. Das hat hier einfach noch ganz viel vom „guten alten Irland“, welches wir in den Neunzigern kennen und lieben gelernt haben.
Inklusive seines Charmes des unvollkommenen und manchmal maroden. Aber eben auch mit ganz viel Lebensfreude.


Als wir schließlich wieder am Mannimobil ankommen, sind wir fast ein wenig geschockt, wie viele Wohnmobile jetzt hier stehen. Es sind ungefähr 20 Fahrzeuge und Platz für die lokalen Strandbesucher bleibt praktisch keiner mehr.
Das erklärt sicherlich, warum hier in den Sommermonaten Juni-August eine Höhenbarriere installiert ist.
Aber man muss kein Hellseher sein, um zu befürchten, dass das schon bald wohl auf Mai und September ausgeweitet wird. (Und ja, wir wissen, dass wir selbst Teil des Problems sind)