Wir haben einen großartigen Plan. Zum Frühstücken wollen wir heute ins Café Go Leor im Nachbarort Falcarragh. In dem schnuckeligen, kleinen Café wollten wir schon vor vier Jahren frühstücken. Damals war es aber komplett voll. Heute wird das nachgeholt!
Zumindest: So der Plan …
Denn als wir losfahren, bemerke ich, dass unsere Zusatzluftfederung auf 0 Bar abgesackt ist. Ungewöhnlich. Sie lässt sich aber klaglos auf 3 Bar wieder auffüllen. Über den Grund, warum das wohl passiert ist, will ich mir dann später noch mal Gedanken machen.

Pläne für die Tonne
Später heißt dann: 2 Minuten später. Denn als wir auf die Hauptstraße abbiegen, ist der Luftdruck schon wieder bei 0. Gar nicht gut.
Wir halten erst mal bei der Tankstelle am Ortseingang, die uns gerade recht kommt.
Klar ist: Einfach so weiterfahren können wir nicht. Das würde günstigstenfalls zu einem schwammigen Fahrverhalten führen, schlimmstenfalls würden wir aber auch Gefahr laufen, einen größeren Schaden in Kauf zu nehmen.
Wir sondieren die Lage. Es ist erneut der ungünstigste Zeitpunkt dafür. Es ist Sonntag und am Montag drauf ist Bank Holiday – langes Wochenende.
David to the rescue
Aber wie es der Zufall will, ist direkt neben der Tanke eine Autowerkstatt. Die nette Crew an der Tanke kann mir sogar die Telefonnummer von Besitzer David geben. Der geht zwar nicht ans Telefon, als ich ihn anrufe, klopft aber wenig später an die MoMo-Tür. „Do you have a problem?“
Ich schildere ihm das Problem und er gibt mir die Auskunft, dass er das zwar nicht heute, aber morgen sicherlich diagnostizieren und im besten Fall auch reparieren könne. Eventuell müsse man auf ein Ersatzteil warten. Das hört sich doch schon besser an, als ins 30 Minuten entfernte Letterkenny abgeschleppt zu werden, wo die nächste Womo-Werkstatt wäre.
Da an der Tankstelle reges Kommen und Gehen und lauter Durchgangsverkehr ist, frage ich, ob wir das Mannimobil wohl hinter seiner Werkstatt parken könnten. „No problem.“


Da wir die Toilette der Tankstelle benutzen dürfen, wären wir sogar für ein paar Tage hier gut untergebracht. Eine Notunterbringung könnte auch schlechter ausfallen.
Durchatmen
Bei einem Strandspaziergang, der auch von der Garage aus schnell möglich ist, betrachten wir die Lage.
Es könnte uns wahrlich schlimmer treffen, als ausgerechnet in Dunfanaghy gestrandet zu sein. Wir mögen den Ort, haben einen feinen Strand in Laufweite und können darüber hinaus abends erneut in unsere neue Lieblingspizzeria. Wenn man darüber nachdenkt: Gefällt uns eigentlich ganz gut so.







Lediglich die Ungewissheit, ob und wie die Schadensbehebung am Ende erfolgen kann, trübt die Stimmung.

Shopping
Den Nachmittag nutzen wir für einen entspannten Stadtbummel durch Dunfanaghy. In den Geschäften waren wir bisher noch gar nicht.
Und auch diese stellen sich als liebenswert heraus. Eher klein und inhabergeführt, gerne auch mit Second Hand und ollem Trödel.

Das Wetter ist mittlerweile fast schon sonnig und alles hat einen leichten Touch von entspannter Sommerfrische.
Annette hat das „Muck n Muffins“ entdeckt, welches im Untergeschoss Töpferwaren und Kunsthandwerk verkauft und ein über die Außentreppe erreichbares Café hat.
Auch hier brummt der Laden. Alles voll. Aber nach einer kurzen Wartezeit bekommen wir einen Tisch und wenig später Kakao, Tee und Kuchen. Kakao mit Marshmallows und Sahne hatte ich bisher auch noch nicht und probiere es mal aus. Sagen wir mal so: Kann man machen, schmeckt gar nicht mal so merkwürdig, aber ein Fan werde ich eher mal nicht.

Rusty Oven #3
Es gäbe andere Möglichkeiten zum Essengehen (oder daheim essen). Wenn wir aber schon die Gelegenheit haben, nochmals in unsere neue Lieblingspizzeria zu gehen, müssen wir das auch nutzen.
Der Laden brummt auch heute wieder. Und zwar dermaßen, dass man sich gar nicht erst fragen muss, ob man spontan einen Tisch im Hauptgebäude bekommt. Die sind bis Ende der Woche komplett ausgebucht!
Aber wir alten Hasen wissen mittlerweile schon, wo wir trotzdem einen Platz bekommen. Das Dumme ist heute nur, dass es kühler und windiger ist als die Tage zuvor. Gut, dass wir Decken bekommen, damit es zumindest etwas gemütlicher wird.
Da es etwas länger dauern könnte (der Laden brummt!), nehmen wir Antipasti als Vorspeise. Und ihr ahnt, was kommt: Die schmecken auch super.

Wir freuen uns aber dieses Mal trotzdem, als wir durchgefröstelt im warmen MoMo ankommen.
Reparaturversuch
Am nächsten Morgen macht David tatsächlich die Werkstatt für uns auf und wir gehen dem Problem auf den Grund. Aber so sehr wir auch suchen und Anschlüsse mit Seifenwasser einsprühen: Ein Leck ist nirgendwo zu finden. Lediglich ein Loch im Luftbalg können wir recht sicher ausschließen, da die Leitung auch Luft verliert, wenn sie (natürlich verschlossen) vom Balg getrennt wird.

Es gibt immer noch eine Idee, die wir zur Fehlersuche ausprobieren, aber da David kein Spezialist für Luftfederungen ist, wirft er irgendwann das Handtuch. Wir finden keine Lösung.

Entsprechend niedrig ist die Stimmung im Mannimobil mittlerweile. Denn auch wir sind ratlos. Und es hilft auch nicht, dass wir die Goldschmitt-Hotline nur ein einziges Mal erreichen, da diese einen ansonsten nach 5 Minuten aus der Warteschlange schmeißt. Habe ich für euch mindestens 10 Mal getestet.
Immerhin können wir mit unserer Schutzbrief-Hotline von der HUK klären, dass wir zur nächsten Fachwerkstatt abgeschleppt werden können.
Denn fahrbereit ist das MoMo in diesem Zustand wohl nicht, da man mit ungefülltem Luftbalg möglichst nicht fahren soll.
Auch das noch
Wir sind zwar happy, dass wir hier noch eine weitere Nacht stehen dürfen und dass es noch Lösungsmöglichkeiten gibt. Aber da es nichts Konkretes gibt, was den nächsten Schritt angeht, nagt diese Ungewissheit schon an uns.

Wir machen uns für einen letzten Abend im Rusty Oven bereit und spazieren die nun schon altbekannte Strecke in den Ort.
Ich hatte im Kopf, dass die Pizzeria jeden Abend geöffnet hat. Aber als wir dort ankommen, empfinden wir es als schon verdächtig still. Und tatsächlich: Die Öffnungszeiten sind von Freitag bis Sonntag – heute ist Montag.

Das Stimmungsbarometer sinkt bedenklich in Richtung Nullpunkt. Stattdessen gibt es aufgebackene Quiches aus der MoMo-Küche.
Mal sehen, ob und wie wir die Reise fortsetzen können.