Rossguill-Geburtstag

Rossguill-Geburtstag

Wir machen eine Fahrradtour rund um die Rosssguill-Halbinsel, feiern Geburtstag und halten nach einem Delfin Ausschau.

Autor
Micha
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    Es ist Annettes Geburtstag und sie bekommt von allen Seiten Glückwünsche und Geschenke. Auch ein Hase, ein Fuchs und ein Seehund kommen vorbei, um zu gratulieren.

    Rossguill-Geburtstag

    Vielleicht ist das schönste Geschenk heute aber das Wetter, welches uns ein voraussichtlich letztes Mal nach Strich und Faden verwöhnt.

    Wir holen heute die Fahrräder aus der Heckgarage und wollen die 20 Kilometer lange Strecke um die Rossguill-Halbinsel abfahren. Diese haben wir vor vier Jahren schon mit MoMo II absolviert, aber mit dem Fahrrad sind wir natürlich deutlich flexibler, was Fotostops angeht.

    Rossguill-Geburtstag
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    Rossan Strand

    Den ersten Stopp machen wir am Rossan Strand, vielleicht 500 Meter gegenüber auf der anderen Straßenseite. Der Stellplatz dort mit seinen Terrassen sieht malerisch aus. Auch den Strand unterhalb haben wir als schön in Erinnerung. Aber was ist das? Ein mehr als deutliches „Keep out!“ lässt keine Fragen offen. Sogar mit Stacheldraht ist der Strandzugang verrammelt. Schnell weiter!

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    Atlantic Drive

    Wobei: Schnell ist so eine Sache. Denn es geht zunächst mal krass bergauf. Selbst der Turbo meines E-Bikes will nicht so richtig zünden. Es ist richtig Arbeit, hier hochzukommen! Ohne E-Bikes würde ich diese Rundtour nur trainierten Radlern empfehlen. Auf der Strecke gibt es bestimmt ein halbes Dutzend Steigungen, die Otto-Normalradler nicht bewältigen kann.

    Ansonsten ist die Idee mit den Fahrrädern aber goldrichtig. Es herrscht nahezu kein Verkehr und dass man an jeder Stelle anhalten kann, wenn man es denn möchte, ist ein großartiger Luxus.

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    Auch der Aussichtspunkt mit dem markanten Wild-Atlantic-Way-Zeichen lohnt ein längeres Verweilen. Die Aussicht aufs Meer ist einfach fantastisch!

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    Very scenic route

    Im weiteren Verlauf der Route bekommen wir im Minutentakt so ungefähr jedes irische Klischee zu sehen. Schnuckelige Häuschen, Heiligenfiguren, Ginster, nette Pubs und als Höhepunkt die immer wieder beeindruckende Bucht von Downings mit ihrem Strand, der genauso breit wie lang zu sein scheint.

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    Das einzige Klischee, das wir auslassen, ist der Regen. Und anscheinend sind wir doch sehr auf Nordland geprägt. Denn dem Braten mit dem milden, sonnigen Wetter haben wir nicht so ganz trauen wollen und uns tendenziell ein, zwei Schichten zu dick eingepackt. Aber weder dick noch wind- und wasserabweisend sind heute dran. Es reicht wirklich, die dünnste Lage in Form eines T-Shirts, wie wir viel zu spät zugeben müssen.

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    Crumble und Geduldsspiel

    Annette lässt sich nicht lumpen und backt für uns einen Apple Crumble, als wir zum MoMo zurückkehren. An ein gemütliches Geburtstags-Kaffeetrinken vor dem Wohnmobil wäre vor vier Jahren in Connemara nicht mal im Traum zu denken gewesen!

    Von unserer Leserin Claudia haben wir den Tipp bekommen, dass sie an diesem Ort schon Delfine in der Bucht gesehen habe. Einmal dürft ihr raten, womit wir unseren Nachmittag verbringen!

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    Wir suchen einen windgeschützten Platz in den Dünen, genießen den Sonnenschein und richten den Blick aufs Meer. Wäre doch gelacht, wenn wir heute nicht auch Delfine vor Fernglas und Kamera bekommen!

    Aber es gestaltet sich dann als ganz ordentliches Geduldsspiel. Denn größtenteils sehen wir zwar die wunderschöne Landschaft, aber kaum Tiere, die sich blicken lassen. Selbst Vögel lassen sich nur seltenst blicken. Lediglich ein paar Seetaucher dümpeln im Wasser vor dem Strand.

    Wir sehen beide einen Seehund, der aber nur kurz vorbeischaut. Leider kein Foto.

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    Wellenfieber

    Während Annette mit dem Fernglas weiter nach Delfinen Ausschau hält, widme ich mich dem Fotografieren der Wellen, die vor uns in die Bucht einlaufen. Was ist es an Wellen, das sie so faszinierend macht? Diese perfekt geschwungene Form? Oder die absolute Vergänglichkeit? Eben noch die Schönste, eine Sekunde später schon unwiederbringlich zerstört.

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    Delfinglück

    Plötzlich höre ich den aufgeregten Ruf: „Micha! Da! Ein Delfin!“

    Annette ist ganz aufgeregt. Der Delfin ist wohl in absoluter Nähe vorbeigeschwommen, jetzt aber schon wieder abgetaucht. Das Suchen beginnt erneut, diesmal aber mit deutlich mehr Gewissheit, dass da genau das Tier dort unten im Meer schwimmt, weswegen wir hierhin gekommen sind.

    Auch ich sehe jetzt gelegentlich den Delfin. Aber er springt nicht aus dem Wasser oder macht die sonstigen Sperenzchen, die wir aus der Kindheit von Flipper kennen. Die sollte doch wohl bitte jeder Delfin mindestens in petto haben, wenn er vor uns auftritt!

    Anscheinend hat dieser Delfin aber keinen Fernseher und weiß nicht, was von ihm erwartet wird. Immer wieder zeigt sich seine Finne nur kurz oberhalb des Wassers. Aber wenigstens ein paar Beweisfotos kann ich schießen, damit ihr (und wir) nicht völlig an unserer Geschichte zweifeln.

    Danke für den Tipp, Claudia!

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    Der Wetterwechsel kommt

    Der April hat wettermäßig tapfer durchgehalten. Aber in den letzten Stunden geht ihm dann doch die Puste aus. Zunächst ziehen die Ufo-ähnlichen Lenticularis auf und wenige Stunden später hören wir ein schon fast vergessenes Geräusch: das Prasseln der ersten Regentropfen aufs MoMo-Dach. Der Mai wird wohl in der ersten Hälfte kein Wonnemonat werden. Der Wetterbericht ist mehr als durchwachsen. Aber können wir nach einem solchen Tag klagen? Wohl kaum!

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