Coigach

Gewaltig

Frühstück, Fotostopp, Windböen – Schottland hält uns in Atem.

Autor
Micha
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    Wir erleben einen ungewöhnlichen Morgen. Ich hatte gestern Scottish Breakfast für 8:30 Uhr vereinbart. Aber bereits um 8:20 Uhr klopft es an die MoMo-Tür: „Your breakfast is ready!“ Wir werfen uns in Rekordzeit in Schale (natürlich waren wir noch nicht mal ansatzweise vorzeigbar…) und gehen hinüber ins Hotel.

    „You’re the only guests today!“, strahlt uns die Köchin an und fragt fürsorglich noch ab, was wir sonst noch so benötigen könnten, bevor wir uns an den gedeckten Tisch setzen. Es ist dann genauso lecker, wie wir es in Erinnerung hatten.

    Achness Hotel
    Achness Hotel

    Wir gehen mit den Hunden noch mal eine Runde zu den Wasserfällen und in den nach Schweden duftenden Wald, bevor uns der einsetzende Regen dann doch ins Womo und zur Weiterfahrt treibt. Das Ziel für heute: Altandhu mit seinem hochgelobten Campingplatz Port a bhaigh.

    Achness Woods

    Blick auf den Suilven

    Im vergangenen Jahr haben wir auf der Fahrt in Richtung Westen auf der A837 einen Glücksjauchzer nach dem anderen ausgestoßen, weil die ganze Landschaft leuchtete. Heute ist es eine eher gedämpfte Angelegenheit. Die dichte Bewölkung lässt einen heute mehr ahnen als wissen, wie schön das aussehen kann.

    Aber als wir am Loch Borralan den Suilven in der Ferne sehen, sieht das schon sehr fein aus. Trübes Wetter hin oder her. Ein Fotostop ist Pflicht!

    Suilven

    Monumental

    Als wir nach wenigen Kilometern auf die A835 in Richtung Ullapool abbiegen, merken wir vor allem eines: Der Verkehr wird stärker. Natürlich immer noch kein Vergleich mit Deutschland, aber als Wohnmobil sammelt man schnell eine Schlange hinter sich.

    Wie gut, dass es gelegentlich Parkplätze gibt, von denen aus man dann als Fahrer auch mal die Landschaft in Ruhe betrachten kann. Diese Gegend mit ihren monumentalen Bergen kann Norwegen hier absolut das Wasser reichen. Wohin das Auge auch schaut, sieht man uralte, ehrfurchtgebietende Berggipfel, denen man ansieht, wie erhaben sie über unsere menschliche Hektik sind.

    Coigach

    Es gibt noch nicht das ganz große Lichtspektakel, wie wir es hier in Schottland schon erleben durften, aber für ein stimmungsvoll düsteres Bild reicht es allemal.

    Coigach

    Shoppen in Ullapool

    In Ullapool füllen wir noch mal unseren LPG-Tank auf, damit uns demnächst auf den Hebriden nicht das Gas ausgeht.

    Ullapool LPG

    Anschließend parken wir das MoMo auf dem großen Parkplatz hinter Tesco’s und bummeln durch die Stadt. Unser erster Stadtbummel seit dem ersten Morgen in Lauder! Es ist mal eine Abwechslung, durch die netten Lädchen an der Argyle Street zu schlendern.

    Ullapool

    Coigach

    Wir stellen überrascht fest, dass der Tag wie im Nu vergangen ist. Unsere Fahrt zum Campingplatz soll noch eine Stunde dauern und wir nähern uns der goldenen Stunde. Zeit, aufzubrechen.

    Das Licht taucht die Landschaft in wärmste Farben. Zusammen mit dem düsteren Himmel ein großartiger Anblick.

    Coigach

    Als wir dann auf die Straße auf die Coigach-Halbinsel abbiegen, beginnt eine der epischsten schottischen Landschaftsstraßen. Zur Linken und zur Rechten staunt man über die Berge mit so ungewöhnlichen Namen wie Sgurr Tuath oder Stac Pollaidh mit ihren ungewöhnlichen Gipfelkämmen. Die Straße windet sich entlang der vielen Lochs, in welche der Schöpfer dieses Landschaftspanoramas natürlich noch kleine Inseln mit pittoresken Bäumchen gesetzt hat. Es lässt einen nahezu sprachlos werden.

    Coigach
    Coigach
    Coigach

    Die Ruhe vor dem Sturm

    Als wir die Berge passiert haben, wird die Landschaft erstaunlich weit, als wir die letzten Kilometer zum Campingplatz fahren, der an der Küste liegt. Und in der Ebene kommen jetzt auch schon die ersten Sturmböen an, die sich in der kommenden Nacht noch intensivieren werden. Das pustet schon ordentlich. In Ullapool war es noch nahezu windstill gewesen!

    Coigach
    Coigach
    Camping Port a bhaigh
    Coigach

    Auch hier an der Küste erleben wir auf den letzten Metern noch einmal grandioseste Lichtstimmungen. Als wir hinunter zum Campingplatz fahren, sehen wir noch einen freien Platz in der ersten Reihe. Könnte das etwa unser reservierter Platz sein? Er ist es!

    Zunächst parken wir standesgemäß mit Hecksitzgruppen zum Meer ein. Aber bei den angekündigten Sturmböen bis Windstärke 10 möchte ich lieber nicht ausprobieren, ob unsere Hekis halten, wenn sie gegen die Windrichtung geparkt werden. Ich finde, so eine kaputte Dachluke braucht man nur einmal im Leben…

    Camping Port a bhaigh

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