Wir fahren heute weiter und folgen zunächst der Straße weiter in Richtung Meer, da es am Hafen von Skerray auf dem winzigen Campingplatz mit fünf Plätzen noch die Möglichkeit zur Entsorgung geben soll.
Der Campingplatz stellt sich dann eher als Stellplatz auf einer Wiese heraus. Da wir mit den 4,8 Tonnen des Alpa der nassen Wiese nicht so ganz trauen, über die wir zur Entsorgung fahren müssten, erledigen wir alles zu Fuß. Da hat man dann auch mehr Zeit, die Landschaft und die kleine Ruine am Eingangstor zu erkunden.

Landschaftskino
Was jetzt folgt, ist erneut ganz großes schottisches Kino. Schon das kleine Sträßchen, was uns zur Hauptstraße zurückbringt, ist selbst bei Nieselwetter so was von scenic, dass wir im Schneckentempo fahren.




Das ist dann aber nur die kleine, aber feine Ouvertüre für die Fahrt auf der A836 von Tongue nach Lairg. Wir staunen links, wir staunen rechts und als vor uns im Tal dann noch der Loch Loyal silbern glänzt, fällt uns nicht ein, wie das noch zu toppen sein könnte.





Wir haben natürlich nicht mit dem schottischen Wetter gerechnet, das uns Lichtspiele in den verschiedensten Farben und Regenbogen um die Ohren haut. Diese herbstlichen, warmen Farben! Das Grün! Die Bilder geben das leider nicht mal ansatzweise wieder.




Normalerweise würden wir bei der Wahl zwischen Küstenstraße und dem Landesinneren immer am Meer bleiben wollen. Nach dieser Fahrt müssen wir schwer umdenken. Wir möchten am liebsten umkehren und das Ganze noch einmal in der Gegenrichtung fahren. Und dann wieder retour…

The Pier
Wir freuen uns trotzdem, als wir in Lairg ankommen. Denn auf der Hinfahrt sind wir hier ebenfalls durchgefahren und auf das Restaurant The Pier aufmerksam geworden.

Als wir es betreten, wissen wir sofort, dass wir den richtigen Riecher hatten. „Oh, you have two doggies? Can they have a treat?“ Elli und Toffi bekommen ihr Leckerli und werden als zwei „very well behaved dogs“ gelobt und machen uns mal wieder stolz. Mit denen kann man gut essen gehen.

Auf der Speisekarte gibt es genug Auswahl, die uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Und dabei wollten wir eigentlich nur Cookies oder Kuchen essen! Am Ende werden es aber eine Linsensuppe und Haggis Bon Bons für Annette und ein „Highland hotdog“ (Robert Grant beef sausage, Cockburn’s haggis, cheddar, onions, mustard mayo, chillis, chips, coleslaw) für mich. Alles sehr lecker, sodass leider kein Platz für ein Stück Kuchen mehr bleibt. Eis und Cappucino gehen dann aber noch. Müssen wir wohl noch mal wiederkommen.

Heimkommen
Unser Weg zum Tagesziel ist nun nicht mehr weit. Denn wir haben aus dem vergangenen Jahr so gute Erinnerungen an die Achness Falls, dass wir gerne dorthin zurückkehren.
Auch hier erleben wir das wohlige Gefühl, wenn man sich auf den letzten Metern dem Ziel nähert und die Erinnerung einsetzt: Ach ja, genau so war das hier!
Wir parken das MoMo wie alte Hasen, freuen uns, dass wir weiterhin hier willkommen sind und bestellen schon mal Frühstück für morgen.

Naturidylle
Wir machen uns im Abendlicht auf den Weg zu den Wasserfällen und sind überrascht, dass der Fluss mehr Wasser führt als im vergangenen Jahr. Sind da in den vergangenen Tagen solche Regenmengen runtergekommen?
Wir genießen es, wieder hier zu sein. Auch, wenn wir diesmal keine springenden Lachse zu Gesicht bekommen. Aber ein rauschender Fluss mit Kaskaden ist immer fotogen!








Und das ganze Szenario deckt eigentlich schon alles ab, was wir uns vom ländlichen Schottland wünschen. Vielleicht noch mal ein guter Verschnaufer, bevor wir auf der Halbinsel Coigach wieder das ganz große Landschaftsbesteck auspacken.


