Ein wenig graut es uns vor der Abfahrt am Ardroil Beach. Nicht, weil das kommende Reiseziel vielleicht nicht so schön sein könnte. Sondern, weil wir die eklige Schlaglochpassage mit den Pfützen noch überqueren müssen.
Es folgt eine längere Diskussion. Rechts oder links am Rand vorbei oder einfach durch die Mitte? So schlimm wird die große Pfütze schon nicht sein!
Der Fahrer beauftragt die Beifahrerin, das doch bitte einfach mal zu kontrollieren. Mal eben mit der Hand oder einem Stock. Die Beifahrerin zeigt ihm daraufhin einen Vogel und holt sich die Gummistiefel aus der Heckgarage. Gute Wahl!

Denn die Pfütze, die an den Rändern noch harmlos erscheint, hat genau die befürchteten Untiefen, die wir gerne vermeiden wollen. Am rechten Rand kommen wir dann aber sehr geschmeidig an der Offroad-Passage vorbei.
Im Community Store frischen wir dann unsere Vorräte noch einmal auf, bevor es zu einem weiteren Lieblingsziel aus 2022 geht: Der Strand von Kneep ist uns als einer der schönsten nachhaltig in Erinnerung geblieben.
Diese Weite!
Es passiert uns das Gleiche wie beim letzten Mal. Wir sehen den Traumstrand von Cliff und überlegen ernsthaft, ob wir nicht einfach hier bleiben. Das ist doch so schön!

Aber die Erinnerung lässt uns noch etwas weiterfahren und wir wissen beim Blick auf die Bucht von Kneep, dass wir alles richtig gemacht haben. Hier bleiben wir!

Auch die Sorge, ob wir hier noch einen freien Platz finden, ist Ende September wirklich nicht mehr berechtigt. Die Saison ist vorbei. Es sind vielleicht maximal 10 der 50 Plätze belegt. Und da wir dank Solaranlage keinen Landstrom benötigen, können wir uns direkt an den Dünenrand stellen. Erinnerungen an unseren Traumplatz im Frühling am Plage des Amiets in der Bretagne werden wach.


Einziger Unterschied: Die Einrichtung des Campingplatzes ist schon sehr Basic und für die verlangten 25 € fehlt dann eine Grauwasserentsorgung und die Sanitärräume sind mit veraltet noch höflich umschrieben. Aber es gilt mal wieder: Lage, Lage, Lage.
Hebridenfarben
Wir packen uns winddicht, aber nicht zu warm ein, denn es ist ein herrlicher Spätsommertag.


Eine Sache, die man mit den Bildern nicht transportieren kann, sind die absurd klaren Hebriden-Farben, die bei Sonnenschein aufs Wasser gezaubert werden. Dieses Leuchten sieht auf den Fotos immer ein wenig so aus, als wäre man in der Bildbearbeitung etwas eskaliert. Aber für uns heißt es: Diese Farben lassen unser Herz singen!





Man sagt ja gerne, dass diese Farben an die Karibik erinnern. Bei uns ist es genau andersherum. Sollten wir eines Tages mal in die Karibik kommen, werden wir sagen: „Guck mal, Hebridenfarben!“





Der Sturm kommt
Gegen Abend kommt dann, wie vorhergesagt, der Sturm. Also, aus unserer Perspektive. Platzwart Finn, darauf angesprochen meinte nur verschmitzt grinsend „That’s a slight breeze.“ Laues Lüftchen. Aha.
Wir haben schon öfter gehört, dass die Winterstürme hier oben eine ganz andere Hausnummer sein sollen. Denn das, was wir hier bis Windstärke 10 bisher erlebt haben, finden wir schon ganz beachtlich.