So sehr gewackelt wie in der vergangenen Nacht haben wir nicht mal bei Windstärke 10 in Durness! Gut, dort haben wir windgeschützt und perfekt ausgerichtet gestanden. Gestern haben wir grob abgeschätzt, dass die Platzierung wohl passen sollte, um mit der Nase im Wind zu stehen. War dann wohl eine Fehleinschätzung. Mann, was hat das gewackelt!
Aber dafür sind wir früh wach, um einen wunderbaren Sonnenaufgang zu genießen.





Es bläst uns fast weg
Auch nach dem Frühstück bläst der Wind unvermindert heftig. Auf der Gassirunde mit den Hunden können wir uns in den Wind legen, ohne umzufallen.

Auch der Sand wird hier mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung westliches Strandende befördert. Gefühlt müsste dort schon ein gigantischer Sandberg angehäuft worden sein.

Nach der Rückkehr zum Mannimobil korrigieren wir unsere Ausrichtung noch einmal und sind dann erleichtert, dass man zumindest nicht mehr seekrank wird, wenn eine Böe kommt.
Sturmpause
Was man nicht meinen sollte: Der Wind ist gar nicht kalt und ungemütlich. Nur heftig. Aber das freundliche Wetter zeigt sich auch in milden Temperaturen. Mild genug, um erst mal alle Fenster zu putzen, damit wir von drinnen auf das Treiben am Strand schauen können.



Wie zum Beispiel den ständig kommenden und gehenden Wild Swimmerinnen. Schon von Weitem erkennbar an ihren Dryrobes, den fast knöchellangen Überwurfmänteln, die einen nach dem Schwimmen so toll aufwärmen. Annette schaut etwas neidisch hinterher, da sie wegen einer Schnittverletzung am Finger lieber mal nicht ins Salzwasser geht.

Uns kommt aber die kleine Pause, die uns der Sturm verordnet, gerade recht. Annette ist im Bunstiftfieber und malt sich in einen Rausch, während ich versuche, mit Bildern und Blogeinträgen hinterherzukommen.

Unser Traumstrand
Am späten Nachmittag hat erfreulicherweise der Wind deutlich nachgelassen, sodass wir wieder entspannter den Weg zum östlichen Ende in Angriff nehmen. Nur die dicke Kamera nehme ich lieber mal nicht mit, weil solch ein feines Sandkorn doch recht viel Unheil anrichten kann. In dieser Hinsicht ist das Smartphone wirklich klar überlegen.




Und es führt zu einem Novum im Momoblog. Ich glaube, heute ist der erste Tag, an dem mehr Bilder von mir als von Annette oder den Hunden in einem Beitrag zu finden sind!

Auch wenn wir uns jetzt schon auf die noch folgenden Kracherstrände weiter südlich freuen: Der Strand hier hat einfach etwas. Die ganze Valtos-Halbinsel, auf der wir uns hier befinden, strahlt so etwas friedlich-verlangsamtes aus, dem wir uns nicht entziehen können.
Der Tràigh na Beirigh, wie der Strand in Kneep ganz genau heißt, vereint wirklich so viele Elemente eines Traumstrandes auf sich, dass wir jetzt schon wissen: Hier waren wir nicht zum letzten Mal!

