Wir starten mit einer guten und einer schlechten Nachricht in den Tag. Die Gute: Das Wetter ist weiterhin prächtig und sommerlich warm. Die Schlechte: Wir bekommen einen neuen Nachbarn. Was an sich ja nicht schlimm wäre. Aber er führt sich direkt, sagen wir mal, ungünstig ein. Denn als erste Amtshandlung packt er seinen fetten Generator aus und lässt diesen laufen. Wir tippen mal, dass seine Frau sich föhnen will, denn immer, wenn er mehr Leistung liefern muss, dreht er auf wie ein Motorrad. Vorbei ist es mit der himmlischen Ruhe. Und stinken tut das Ding natürlich auch.
Wir hoffen, dass das kein Dauerzustand wird. Gut, dass wir erst mal unterwegs sein wollen.

Strandauf
Wir spazieren den Pollan Strand hinauf bis zum anderen Ende. Da die Flut hereinkommt (allerdings mit gaaanz kleinen Wellen) wird es gegen Ende etwas ungemütlicher, da statt des Sandes nur noch der grobe Kies zum Laufen übrig bleibt.
Aber bei dem Wetter ist das allen herrlich egal. Eine ältere Lady freut sich mit uns über den „lovely day“. 90 % der Tage in Donegal sähen komplett anders aus. Wir erinnern uns an unsere bisherigen Besuche der Region (und Irlands) und können nur zustimmen: Normal ist das dauerhaft schöne Wetter nicht.

Am anderen Ende des Strandes treffen wir dann auf den offiziellen Strandparkplatz, auf dem trotz des Prachtwetters noch gar nicht so viel los ist. Eine mobile Kaffeebar gibt es dort aber auch - generatorbetrieben. Lärm hätten wir also an diesem Ort auch, wobei man das gleichmäßige Brummen sicherlich besser weghören kann.

Auf dem Weg hinauf in den Ort Ballyliffin fällt uns auf, wie viele neu gebaute Häuser es hier gibt. Teilweise sieht man, dass hier richtig Geld in die Hand genommen wurde. Die meisten hiervon scheinen Ferienwohnungen zu sein. Ein kurzer Online-Check bei den Häusern in Strandnähe bestätigt, dass man die Häuser für den Schnapperpreis von ab 2000 €/Woche in der Hochsaison mieten kann. Geldsorgen scheinen die Iren nicht mehr zu haben.
Seafood Chowder Champion
Das Ziel unserer Reise ist Nancy’s Barn, das für seinen Seafood Chowder berühmt sein soll. Wir brauchen nach dem unterdurchschnittlichen Einkehrerlebnis am Malin Head schnell wieder eine positive Erfahrung!


Und es sieht alles fast schon zu gut aus: Von außen schon schnuckelig und auch der Empfang ist herzlich. Die Hunde dürfen zwar nicht mit hereinkommen, aber draußen sind wir willkommen. Gut, dass das Wetter so fein ist!
Ich bestelle direkt mal die große Portion der preisgekrönten Fischsuppe und Annette eine Bowl mit viel Gesundem und Hühnchen.

Als unser Essen dann serviert wird, strahlen wir beide. So muss das sein. Der Chowder duftet und schmeckt wirklich richtig gut. Empfehlung! Aber auch schon ein Spoiler: So gut wie der aus dem Golfclub von Portnoo vor vier Jahren (mein persönlicher Benchmark) ist er nicht. Und die „große“ Portion würde woanders wohl als klein, allenfalls normal durchgehen. Aber das ist jetzt wirklich Jammern auf hohem Niveau. Wir sind sehr zufrieden!
Annette ist sogar so zufrieden, dass sie noch zwei Millionaire Cookies fürs spätere Kaffeetrinken einpackt.

Strandab
Auf dem Rückweg ist gerade der Höhepunkt der Flut, was hier leider bedeutet, dass vom Sandstrand nichts übrig bleibt, sondern nur die Kieselfläche zum Laufen übrig ist. Wir entscheiden uns daher für den Dünenweg, der auf einem schmalen Pfad zwischen Golfplatz und Strand verläuft.
Und auch jetzt ist das „lovely weather“ ein Dauerthema beim Smalltalk mit den Leuten, die einem begegnen.



Da capo
Den Rest des Tages verbringen wir wie gestern. Entspannen in der Sonne, malen und die letzten Einträge für den Schottland-Reiseführer schreiben. Hiermit habe ich mich übrigens etwas verkalkuliert. Also zeitlich. Wer kann denn auch damit rechnen, dass das Wetter hier im Norden so gut ist, dass man so wenig Zeit für Computerarbeit hat?

Aber an dieser Stelle noch mal der Hinweis, dass der Schottlandreiseführer am 1. Mai online geht und es bis dahin den Vorbestellerrabatt von 66 % gibt. Was ich bis jetzt sehe, gefällt mir schon richtig gut - Ich würde ihn kaufen, vor allem zu dem Preis! 😁
Übrigens: Da unsere Irland-Idee sehr spontan war, habe ich mir schnell noch den Rexby-Reiseführer von Nadja Uebach runtergeladen. Unter anderem die Geschichte und den Tipp vom gestrigen Friedhof habe ich dorther. Wäre meine Empfehlung, wenn ihr den Norden oder Südwesten Irlands besuchen wollt - zumindest, solange wir noch keinen Irland-Reiseführer geschrieben haben. Für den Preis kann man da kaum etwas falsch machen! Ich würde aber auch sagen: Die Bilder bei uns sind besser!
Zumindest sind wir mit den Bildern vom heutigen Abend auch wieder sehr zufrieden.








