Wir bekommen einen kleinen Vorgeschmack davon, wie Herbststürme in Schottland sein können. Nachts gibt es Böen bis zu Windstärke 9. Die rütteln dann schon heftig am Mannimobil. Wenn dann noch ein Schauer dazu kommt, fühlt es sich etwas nach Weltuntergang an. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass wir hier warm und trocken sitzen, während die Camper in ihren Zelten sicherlich eine mehr als ungemütliche Nacht haben.
Wir überlegen, was jetzt schlau ist: Weiterfahren oder doch noch bleiben und den Hexenschuss auskurieren? Ersteres wäre möglich, da es mir wieder ein wenig besser geht. Aber wer weiß, ob es noch mal schlechter wird? Wir entscheiden uns dazu, hier zu bleiben.
Mittlerweile wird Annette an der Rezeption und im Supermarkt schon als alte Bekannte gegrüßt und man erkundigt sich, ob es dem Husband bereits besser geht. Hat auch was für sich, wenn man in bekannter Umgebung ist.
Umzug
Unser Platz für die vergangenen Tage war in erster Linie zweckmäßig. Zumindest etwas windgeschützt und nah am Sanitärgebäude mit allen Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten. Dafür aber mit wenig attraktiver Aussicht.
Der Sturm soll aber am Nachmittag nachlassen, sodass wir gerne auch einen Klippenplatz mit Aussicht hätten. Annette besorgt uns den Platz No. 16 oberhalb des Strandes. Das ist eine Aussicht zum Niederknien! Langweilig wird es uns da nicht!

Etwas neidisch betrachte ich die Fotografen, die unten am Strand Aufnahmen machen. Ach, was wäre ich gerne dort unten!

Es ziehen noch einige heftige Schauer durch, bevor das Wetter sich etwas beruhigt. Am Nachmittag aber wird es fast schon freundlich. Nichts wie raus!

Ein kleines Wunder
Mein Ziel für heute ist es, bis hinunter zum Strand zu kommen. Als wir losgehen, kann ich mein Glück kaum fassen, dass es sich schon wieder so gut anfühlt. Die Bewegungsabläufe fühlen sich schon fast wieder flüssig an.
Da erweist es sich als Glücksfall, dass ich die Kamera mitgenommen habe. Gestern wäre daran noch kein Gedanke gewesen, aber heute passt das.

Und es wäre wirklich ein Jammer gewesen, wenn ich die tollen, ständig wechselnden Lichtstimmungen und die hereinrauschenden Wellen nicht hätte fotografieren können. Sogar in die Hocke komme ich ohne Schmerzen. Sensationell!








Was ein Licht
Wir genießen die Zeit am Strand, behalten aber den Himmel lieber im Blick. Als eine wenig verheißungsvolle schwarze Wand vom Inland auf uns zukommt, heißt es: Rückzug. Wir schaffen es gerade noch bis zum MoMo, bevor ein weiterer beeindruckender Schauer niedergeht.
Dieser hat aber auch sein Gutes: Er malt einen beeindruckenden Regenbogen an den Himmel und ich erinnere mich an die Worte der Künstlerin aus der Galerie in Balnakeil, die uns letztes Jahr schon aufgeklärt hatte, dass der September Rainbow-Season wäre. Und wenn wir darüber nachdenken: Stimmt, wir haben jeden Tag einen gesehen!

