Der Tag beginnt mit einem Sonnenaufgang der Extraklasse. Gut, dass Annette um kurz vor 6 mal aus dem Alkovenfenster läuert! Ich springe in die Klamotten und schnappe mir die Kamera.




Culdaff Beach
Nach dem Frühstück brechen wir an diesem friedlichen Ort auf und fahren nur ein paar Kilometer weiter. Der Strand von Culdaff ist schon bedeutend länger und weniger steinig. Ein richtiger Bilderbuchstrand!
Auch der große, asphaltierte und ebene Parkplatz sieht verlockend aus. Haben wir unser Tagesziel bereits erreicht? Die schwarzen Reifenspuren auf dem Boden deuten allerdings darauf hin, dass es ein beliebter Platz bei der Dorfjugend ist, um mit dem Auto zu driften. Also eher ein Platz für einen Zwischenstopp.

Während Annette ein Online-Meeting hat, kümmere ich mich ums Nacharbeiten beim Blog. Unser Rückstand seit Reisebeginn ist erfolgreich aufgeholt und wir sind mit den Berichten wirklich wieder „live“. Lediglich die Mail-Benachrichtigungen per Newsletter kosten mich den letzten Nerv. Mal werden sie verschickt, mal wieder nicht. Und immer, wenn ich glaube, die Lösung gefunden zu haben, tritt ein neues Problem auf. Wenn ihr für diesen Bericht eine zeitnahe Benachrichtigung bekommen habt, sollte hoffentlich alles wieder so klappen wie erwartet.
Als wir endlich an den Strand kommen, geht uns das Herz auf. Der Sonnenschein sorgt heute schon für höhere Temperaturen, da der Wind deutlich abgenommen hat.




Malin Head Rundtour
Nachdem wir in Carndonagh entsorgt haben, geht es entlang der Gezeitenbucht Trawbreaga Bay in Richtung Malin Head.
Five Finger Strand Lookout
Hinter dem Friedhof von Lagg zweigt eine kleine Küstenstraße ab und es geht auf enger Straße gut bergauf. Gegenverkehr wäre jetzt unvorteilhaft. Aber als wir am Five Finger Strand Lookout aussteigen, wissen wir, dass sich der Nervenkitzel gelohnt hat! Nur schade, dass wir volles Gegenlicht haben. Und dass man hier nicht mehr übernachten darf. Es gibt zudem Schilder, die Drohnen und Hunde verbieten und das Betreten der Weide untersagen, weil hier wohl wiederholt Schafe aus Angst die Klippen hinuntergestürzt sind. Frustrierend für uns und es wirft mal wieder kein gutes Licht auf die Vanlife-Community, wenn die Ortsansässigen so genervt von unserer doch eigentlich so schönen Art des Reisens sind.


Wir fahren die schmale Küstenstraße weiter, obwohl Annette nur so halb überzeugt ist, dass dies eine gute Idee ist. Ich blende da pragmatisch den Gedanken aus, dass es Gegenverkehr geben könnte und merke mir im Stillen die Stellen, bis zu denen ich eventuell zurückfahren müsste.
Malin Head
Schließlich gelangen wir wieder auf eine etwas größere Straße und bald tauchen auch schon die nächsten blauen „Wild Atlantic Way“-Schilder auf. Wobei: Die Iren haben es hiermit fast schon zu gut gemeint. Denn eigentlich scheint jede Straße diesen blauen Wegweiser zu bekommen, die nicht bei Drei auf den Bäumen ist. Zumindest hat man am Ende auf diese Weise die meisten Straßen am Meer gesehen…

Der Malin Head, seines Zeichens der nördlichste Punkt Irlands, kann uns dann nicht ganz so begeistern. Klar, man kann hier weit die Küste entlang schauen und schlecht ist das jetzt wahrlich nicht. Aber vielleicht liegt es an den doch recht hässlichen Betonruinen, dass sich kein erhabenes Gefühl einstellt, an einem besonderen Ort zu sein. Oder es liegt schlicht und einfach daran, dass wir auf südlichste, westlichste etc. Punkte sehr, sehr gut verzichten können. Das Gen, ein Häkchen an so etwas zu machen, haben wir beide nicht.


Seaview Tavern
Wir steuern anschließend unser Tagesziel an. Die Seaview Tavern hört sich nach den Berichten wie ein absoluter No-Brainer an. Leckeres Seafood und kostenlose Übernachtung. Da wir das köstliche Seafood im irischen Westen in bester Erinnerung haben, hört sich das wie der perfekte Plan an.
Als wir vorfahren, hat sich ein anderes Womo leider schon quer auf einen Platz für drei direkt am Meer gestellt. Für uns bleibt nur ein Platz neben der Taverne, aber immerhin noch mit Blick aufs Meer.
Die Karte im Restaurant sieht vielversprechend aus, sodass die Auswahl gar nicht leicht fällt. Aber wir landen dann auf dem tristen Boden der Realität. Denn das Seafood, das hier serviert wird, kann eigentlich weder frisch noch aus Irland sein. Solche unaromatischen Garnelen kann es hier doch gar nicht geben! Und auch die Muscheln sind so wässrig, als hätten sie sich beim Auftauen mit dem geschmolzenen Eis vollgesogen. Es ist alles leider eine einzige Enttäuschung. Gut, dass wir in Donegal schon besser gegessen haben. Sonst hätte mein Vertrauen in die irische Küche einen argen Dämpfer bekommen…
