Tremone Bay

Tremone Bay

Wir fahren weiter auf dem Inishowen 100, dem Rundtrip um die Halbinsel. Schon in der nächsten Bucht endet unsere Reise. Entschleunigung steht auf dem Programm.

Autor
Micha
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    Wenn man die sonnigen Bilder sieht, kann man gar nicht auf den Gedanken kommen, wie eisig es ist. Der kräftige Wind lässt die 5 Grad, die es vielleicht hat, schnell auf den Gefrierpunkt sinken. Brrr!

    Inishowen Head

    Aber andererseits: wer will bei diesem strahlend blauen Himmel schon meckern? (Außer dem Fotografen, der gerne ein paar mehr Wolken am Himmel hätte)

    Inishowen Head

    Im warmen MoMo ist das wahrlich ein guter Ort, um mit Aussicht zu frühstücken. Wahlweise möchte man noch mal Kind sein, wenn die Schulklasse einen Tagesausflug an den Strand macht.

    Inishowen Head

    Annette ist mutig und lässt sich von den drei Wild Swimmerinnen inspirieren, die schon bei Sonnenaufgang im Wasser waren (brrrrr!). Zunächst mal nur kurz und ohne ganz im Wasser zu verschwinden. Und dieses Mal geht das Ganze auch ohne die große Aufregung vom letzten Mal vonstatten. Alles wie immer. Für mich unvorstellbar, für Annette das Schönste überhaupt.

    Inishowen Head

    Hunde verboten

    Wir haben es nicht eilig und möchten noch die Straße hinauf zum eigentlichen Inishowen Head laufen.

    Da es eine (wenig befahrene) Straße ist, müssen die Hunde an die Leine. Und auch sonst ist das hier nicht gerade eine hundefreundliche Ecke. Am Strand dürfen sie in den Sommermonaten tagsüber ebenfalls nicht sein (verständlich). Wie auch Camper hier dann nicht erwünscht sind, denn wir haben jetzt, in der Nebensaison das Glück, dass die Höhenbarriere geöffnet ist.

    Auch auf dem weiteren Weg wird noch unmissverständlich deutlich gemacht, dass Hunde hier nicht nur an der Leine zu laufen haben, sondern eigentlich komplett unerwünscht sind.

    Inishowen Head
    Inishowen Head

    Keine Aussicht

    Wir laufen hinauf zum Inishowen Head und haben eine schöne Sicht auf Strand und Leuchtturm vor uns und Magilligans Point in Nordirland mit seiner Spitze und den langen Sandstränden in der Ferne.

    Inishowen Head

    Was wir hingegen nicht bekommen, ist die Aussicht vom Inishowen Head selbst. Von einem kleinen Parkplatz soll eigentlich ein Pfad über eine Weide führen, aber dieser ist (natürlich) für Hunde verboten und zusätzlich mit einem Draht versperrt. Wahrscheinlich, weil Kälber auf der Weide sind und man sowohl die Kälber vor uns, als auch die Menschen vor der Kuhmama schützen möchte. Verständlich, aber schade. Von der Steilküste bekommen wir daher gar nichts zu sehen.

    Inishowen Head

    Wild Atlantic Way

    Es geht weiter. Und man kann hier in Irland kaum anders, als den Wild Atlantic Way zu fahren. Die berühmte längste Küstenstraße der Welt (mindestens aber Europas) ist in Meeresnähe allgegenwärtig.

    Unser Ziel ist der Strand von Culdaff. Aber auf halber Strecke sieht Annette den blauen Wegweiser mit der weißen Zickzacklinie, der von unserer Navi-Route abweicht: „Sollen wir dem nicht einfach folgen? Sind nur 2 Minuten mehr!“

    Klar sollen wir.

    Auf den ersten paar Kilometern ist das auch alles super. Aber die Straße wird zusehends schmaler. Unsere Regel ist ja „Solange kein Grün in der Mitte wächst, geht’s noch.“ Ihr ahnt, was kommt.

    Zunächst biegen wir ab und werden eine amtliche Steigung hinaufgelotst. Gut, dass der Motor des Mannimobils nicht schwächlich ist. So mancher Bulli könnte hier kurzatmig werden, so steil geht es hinauf. Bloß nicht stehen bleiben!

    Als wir die Anhöhe erreicht haben, atmen wir auf. Gut geschafft. Aber was wächst nun in der Mitte der Straße, die hier nur noch einspurig ist und kaum Passing Places hat wie die schottischen Singe Track Roads? Richtig, es wird grün in der Mitte. Haben wir einen fatalen Fehler gemacht?

    Ich genieße die Ausblicke entlang der Küste mit dem leuchtend gelben Ginster und den fluffigsten Schafen der Welt zumindest nur so halb entspannt.

    Tremone Bay

    Die blauen Wegweiser für den Wild Atlantic Way sind übrigens schon seit geraumer Zeit verschwunden. Stattdessen sind sie von den braunen Schildern der Inishowen 100 ersetzt worden. Das ist dann wohl Donegals Antwort auf die schottische NC 500. Ich glaube, ich tüftele mal eine „Remscheid 100“ aus…

    Tremone

    Von der Straße aus sehen wir den Strand von Tremone unter uns. Diesen hatten wir als „zu klein“ ungnädig von unserer Routenplanung gestrichen. Jetzt, wo er vor uns liegt, kommt er uns gerade recht für eine Kaffeepause. Wir wollen doch entschleunigen.

    Tremone Bay

    Nach der Kaffeepause wird es Zeit für den unvermeidlichen Strandgang. Während Annette sich mit den Hunden ein geschütztes Plätzchen zum Malen sucht, gehe ich in die Dünen und Felsen, um zu fotografieren.

    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay

    Schließlich treffen wir uns am Ende des Strandes wieder, um gemeinsam festzustellen, dass man es doch eigentlich nicht viel besser antreffen kann: ein Platz mit Meerblick, himmlisch ruhig und bestes Wetter. Warum sollten wir weiterfahren?

    Tremone Bay

    Der einzige Grund, der uns einfällt, ist das völlige Fehlen von Mobilfunkempfang. Aber wir beschließen, dass wir damit nun wirklich mal gut leben können. Lediglich für euch, liebe Leser, bedeutet es längeres Warten auf den neuesten Blogeintrag. Wir sind dann mal offline…

    Tremone Bay
    Tremone Bay
    Tremone Bay
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